Alle Zahlen nach oben. Alle. 21.03.2019, 12:00 Uhr

ZIV: Fahrradmarkt wuchs 2018 noch stärker

Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) meldet für 2018 anhaltend starkes Wachstum für quasi alle Verkaufszahlen. Pedelecs legten stark zu, erstmals seit einigen Jahren wuchs auch der Verkauf unmotorisierter Fahrräder wieder.
Siegfried Neuberger präsentierte die aktuellen Zahlen.
(Quelle: ZIV )
Die Party geht weiter: Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) meldet wieder mal zweistellig gestiegene Verkaufszahlen bei Elektrorädern (36 Prozent) und jetzt auch wieder Wachstum bei unmotorisierten Fahrrädern (2 Prozent) für das Gesamtjahr 2018. Insgesamt wurden 4,18 Millionen Räder abgesetzt, das waren 8,6 Prozent mehr als 2017. Imposante 980.000 davon waren Elektroräder. Erfreulich ist, dass auch die Kategorie unmotorisiertes Fahrrad, die 76,5 Prozent der Verkäufe ausmacht, um 2 Prozent zulegte.
Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des ZIV, kommentiert: „2018 war ein fantastisches Jahr für die deutsche Fahrradindustrie. Die Innovationen der Branche sind dafür verantwortlich, dass sowohl Fahrrad als auch E-Bike beim Kunden hohe Begehrlichkeit wecken. Hinzu kommen die optimalen Witterungsverhältnisse, die die Saison früh beginnen und spät enden ließen.“
Der Umsatz mit Fahrrädern und E-Bikes stieg um rund 16,3 Prozent auf 3,16 Mrd. Euro. Zusammen mit dem Komponenten- und Zubehörbereich ergibt sich daraus ein Gesamtumsatz der deutschen Fahrrad-, E-Bike, Komponenten- und Zubehörindustrie von ca. 6 Mrd. Euro.
Verantwortlich für die deutliche Steigerung des Umsatzes sind neben den höheren Stückzahlen der steigende Marktanteil der hochpreisigen E-Räder auf jetzt 23,5 Prozent, und der auch damit verbundene, erneut gestiegene durchschnittliche Verkaufspreis pro Zweirad (mit und ohne E-Motor) auf 756 Euro über alle Vertriebskanäle, ein Anstieg um 7,1 Prozent.
Der ZIV korrigiert seine Prognose zum Marktanteil von Elektrorädern auf mittelfristig erwartbare 30 Prozent Anteil am Gesamtfahrradmarkt. Langfristig sei ein Marktanteil von 35 Prozent durchaus realistisch. Auslöser seien hohe Modellvielfalt in allen Produktkategorien, herausragendes Design, innovative und integrative Weiterentwicklung in der Antriebs- und Batterietechnologie, sowie interessante Geschäftsmodelle rund um das E-Bike wie Leasing, Cargo oder Bikesharing und dessen digitale Vernetzung. Diese Attribute seien letztlich auch dafür verantwortlich, dass nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland die Produkte der deutschen Fahrradindustrie stark nachgefragt werden. Der Export von Fahrrädern und E-Bikes stieg um 8,8 Prozent auf 1,27 Millionen Stück. Die Elektrorad-Exporte erhöhten sich auf 440.000 Stück und lagen damit um 51 Prozent über dem Vorjahrswert.
Der Fahrradbestand in deutschen Haushalten ist nach Einschätzung des ZIV in 2018 auf 75,5 Millionen Stück angewachsen. Der darin enthaltene Anteil an E-Bikes wird auf rund 4,5 Millionen Fahrzeuge geschätzt. Hinsichtlich der Modellgruppenaufteilung, also dem Anteil der einzelnen Kategorien am Gesamtmarkt (nach Stück), lässt sich ein leichter Rückgang in den Kategorien City-/Urban, Trekking, ATB, MTB, Rennmaschinen/Flat-Handlebar/Cross, Holland- und Tourenrad sowie Kinderräder feststellen. Wachsen konnte wie erwähnt die Modellgruppe E-Bike. Unverändert zeigte sich die Kategorie Sonstige (Liegeräder, Tandems, Lastenräder, etc.).
Der Anteil der Modellgruppen innerhalb der Kategorie E-Bike (nach Stück) ergibt sich wie folgt: E-Trekking 36,5 Prozent (2017: 38,5 Prozent), E-City-/Urban 33 Prozent (2017: 35,5 Prozent), E-MTB 25 Prozent (2017: 21,5 Prozent), E-Lastenräder 4 Prozent (2017: 3 Prozent), S-Pedelecs 0,5 Prozent (2017: 1 Prozent) sowie Sonstige mit 1 Prozent (2017: 0,5 Prozent).
Immer noch großes Potenzial und viel Luft nach oben sieht der Zweirad-Industrie-Verband bei der Nutzung des E-Bikes für den täglichen Weg zur Arbeit und im gewerblichem Lieferverkehr in Großstädten.



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