Pedelecs zu Dumpingpreisen? 14.11.2017, 09:32 Uhr

Chinesen widersprechen EBMA-Beschwerde

Der Motorenhersteller Bafang widerspricht den Anschuldigungen der EBMA über Elektroräder zu Dumpingpreisen aus China. Die Chinesen wollen falsche Anschuldigungen in der offiziellen Beschwerde gefunden haben.
Chinesische Nationalflagge (Symbolbild).
Die European Bicycles Manufacturers Association (EBMA) hatte im Oktober ihre Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht (SAZbike berichtete). Bafang Electric, ein chinesischer Hersteller für Elektroantriebe, will in der 42-seitigen, offiziellen Beschwerde mehrere falsche und nicht bewiesene Anschuldigungen gefunden haben.
Inbesondere widerspricht Bafang folgenden Behauptungen aus dem Schreiben:
- „Weil Fahrräder und E-Bikes klare Priorität in Chinas 12. und 13. Fünfjahresplan haben, haben chinesische Hersteller und ihre Zulieferer enorme staatliche Subventionen von Behörden in Provinzen und Regionen erlangt. Diese Subventionen haben es chinesischen E-bike-Herstellern und ihren Zulieferern, vor allem Bafang, dem größten chinesischen Hersteller von Elektoradmotoren, ermöglicht, mit ihrem Know-How schnell auf die EU-Hersteller aufzuschließen.“
- „Bafang und BAK, Chinas größte Hersteller für E-Bike-spezifische Teile wie Motoren, Steuerungseinheiten und Akkus, konnten vor allem durch substantielle, staatliche Subventionen auf den Bosch-Antrieb aufschließen.“
- „Die chinesische Regierung hat begonnen, Hersteller von Elektrorädern und deren Zulieferer wie Bafang stark zu subventionieren, damit diesen der Anschluss an EU-Technologie gelingt.“
- „In den folgen Jahren gelang es Bafang und anderen chinesischen Motorenherstellern durch staatliche Subventionen Schritt für Schritt auf EU-Technologie aufzuschließen.“
Nach eigener Aussage will Bafang 1999 den Markt für E-Bikes erschlossen haben und ab 2003 seine eigene Marke aufgebaut haben. Also lange bevor europäische Hersteller dieses Segment entdeckten hätten. Seit fast 15 Jahren hat Bafang, so die Erklärung, viele Änderungen und Herausforderungen während der Entwicklung des Elektrorads in China und Europa erfahren. In dieser Zeit sei Bafang nach eigener Darstellung zu einem weltweit wichtigen Komponentenzulieferer geworden.  
Das Schreiben der EBMA soll nach Ansicht der Chinesen mehrere falsche, unbewiesene Anschuldigungen dazu enthalten, dass der Hersteller umfangreiche staatliche Subventionen erhalte, und damit Elektroräder zu Dumpingpreisen in Europa verkaufe. Neben vielen anderen „falschen und konstruierten Argumenten“, so die Chinesen, beweise dieses Schreiben, dass die EBMA eine „unvollständiges, verzerrtes und voreingenommenes Verständnis von der Geschichte des Elektrorads und der chinesischen Fahrradindustrie“ habe.
China habe 1995 in großen Stil begonnen, elektrisch betriebene Fahrräder und Elektroroller zu entwickeln. Jetzt habe sich der jährliche Absatz, sowohl im Binnenmarkt wie auch im Export, bei 22 Millionen Einheiten stabilisiert. Die technische Lösungen liegen nach Ansicht  der Chinesen etwa auf europäischen Niveau.
Im Laufe der Jahre sei die chinesische E-Bike-Industrie gereift und nutze entsprechend hochentwickelte Basistechnologien. Wesentliche, jüngste Änderungen sollen etwa international anerkanntes Industriedesign und die Integration von Internet und Smartphone-Technologien sein. Diese Entwicklungen seien vollständig das Resultat von Wettbewerb, Angebot und Nachfrage.




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