Stärkster Anstieg bei Radfahrern 27.02.2019, 12:36 Uhr

Zahl der Verkehrstoten steigt um 2,7 Prozent

Das Statistische Bundesamt (Destatis) weist 2,7 Prozent mehr Verkehrstote in seiner Jahresbilanz für 2018 aus. Den stärksten Zuwachs verzeichnete die Unfallstatistik bei Radfahrern mit 50 Toten mehr als noch 2017.
Feuerwehrmann vor Polizeiauto
(Quelle: Pixabay )
Insgesamt starben in Deutschland 3.265 Verkehrsteilnehmer bei Unfällen, also 85 mehr als 2017. Dies war zwar der drittniedrigste Stand seit 1950, doch erstmals nach zwei Jahren Rückgang stieg die Zahl der Verkehrstoten wieder an. Die Zahl der Verletzten nahm 2018 gegenüber dem Vorjahr ebenfalls zu, und zwar um 1,1 Prozent auf rund 394.600 Personen.
Die bisher vorliegenden detaillierten Ergebnisse gelten für die Zeit von Januar bis November 2018. Die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer stieg gegenüber 2017 um 50 Personen auf 417. Dies entspricht mit 13,6 Prozent dem stärksten Zuwachs der einzelnen Gruppen. Außerdem verunglückten 57 Kraftradfahrer mehr tödlich (ein Anstieg um 9,0 Prozent) als 2017. Dagegen sind 25 Fußgänger weniger im Straßenverkehr tödlich verunglückt (ein Rückgang um 6,1 Prozent). Auch die Zahl der getöteten Insassen von Personenkraftwagen sei rückläufig um 27 Getötete oder 2,1 Prozent.
Die Polizei habe im gesamten Jahr 2018 rund 2,6 Millionen Unfälle aufgenommen, 0,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei 2,3 Millionen Unfällen sei es bei Sachschäden geblieben, ein Rückgang um 0,7 Prozent. Gestiegen sein dagegen die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, und zwar um 1,7 Prozent auf etwa 307.900 Unfälle.
In neun Bundesländern gab es im Jahr 2018 mehr Verkehrstote als im Vorjahr. In absoluten Zahlen betrachtet gab es die größten Zunahmen in Sachsen (ein Anstieg um 50 Getötete oder 34,0 Prozent) und in Hessen (ein Anstieg um 26 Getötete oder 12,2 Prozent). Den stärksten Rückgang bei der Zahl der Getöteten verzeichnete das Statistische Bundesamt in Baden-Württemberg mit 18 Personen (3,9 Prozent weniger), gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 16 Personen (3,3 Prozent weniger).
Gemessen an der Einwohnerzahl sei das Risiko im Straßenverkehr zu sterben in Sachsen-Anhalt mit 63 Todesopfern sowie in Brandenburg mit 57 Todesopfern je 1 Million Einwohner am höchsten gewesen. Weit unter dem Bundesdurchschnitt von 39 Getöteten je 1 Million Einwohner liegen laut Statistischem Bundesamt aufgrund ihrer Siedlungsstruktur die Stadtstaaten, aber auch Nordrhein-Westfalen, wo auf 1 Million Einwohner 26 Getötete kamen.
Erst kürzlich hatte der ADFC auf das erhöhte Risiko durch dichteren Radverkehr hingewiesen.



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