Zulassung E-Scooter 27.02.2019, 08:50 Uhr

ADFC fordert Hälfte der Fahrbahn für Zweiräder

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) begrüßt die in Kürze erwartete Straßenzulassung von E-Tretrollern als Chance zur Verringerung von Staus und schlechter Luft in den Städten.
E-Scooter sollen die Vernetzung der Verkehrsmittel fördern.
(Quelle: Metz Mecatech )
Der Fahrrad-Club kritisiert allerdings die weiterhin auto-dominierte Aufteilung des Straßenraums. Ohne eine drastische Umverteilung des Platzes seien Verlagerungseffekte vom Auto auf effizientere Verkehrsmittel nicht möglich und würden zu Chaos, Frust und Risiken für Zweirad-Nutzer führen.
ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Neue Impulse für die Vermeidung von kurzen Autofahrten sind dringend nötig. Denn 40 Millionen Autofahrten am Tag sind unter zwei Kilometer lang. Oder anders gesagt: Ein Viertel aller Autofahrten sind Fahrten um die Ecke. Das ist absurd – und alles, was diese Entwicklung zurückdreht, finden wir gut. Ja, Mikromobilität kann Autoverkehr verringern, vor allem auf der ersten und letzten Meile zwischen Bahn und Büro. Diese Verlagerung wird aber nur funktionieren, wenn die neue Zweiradmobilität auch ausreichend Platz und gute Infrastruktur bekommt. Wir fordern die Hälfte der Fahrbahn für saubere Zweiradmobilität, dann vertragen sich auch E-Scooter, Pedelecs und Fahrräder auf gemeinsamen Wegen.“
Auto belegt 60 Prozent der Straße
Die Qualität und Breite der Radwege wird nach Angaben des ADFC von Radfahrern in Deutschland fast unisono als unbefriedigend beurteilt, unter anderem im ADFC-Fahrradklima-Test, den der Fahrradclub alle zwei Jahre gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium durchführt. Grund sei die seit Jahrzehnten praktizierte autofokussierte Aufteilung des Verkehrsraums, in dem das Auto mit Fahrbahnen und Parkplätzen etwa 60 Prozent des Platzes in Anspruch nehme. Radwege würden von Nutzern als zu schmal, holprig, nicht ausreichend vom schnellen Autoverkehr getrennt – oder überhaupt nicht vorhanden wahrgenommen. Stork kommentiert: „Schon für die sichere Abwicklung des Radverkehrs reicht die Infrastruktur nicht aus. Weitere Fahrzeuge - zusätzlich zu den etwa 70 Millionen Fahrrädern und Pedelecs - auf den schon jetzt unterdimensionierten Radwegen erhöhen die Gefahr. Städte müssen jetzt anfangen, den Platz mutig neu aufzuteilen, um den Auto-Alternativen eine Chance zu geben und mehr Lebensqualität für alle zu schaffen.“



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