„Tinder“ für Innenstadtimmobilien 28.09.2021, 09:03 Uhr

IFH Köln bekämpft Leerstand in Innenstädten mit digitaler Plattform

Bis Ende 2022 wird das Institut für Handelsforschung (IFH) Köln in dem vom Wirtschaftsministerium mit 11,9 Millionen Euro geförderten Projekt „Stadtlabore für Deutschland: Leerstand und Ansiedlung“ eine digitale Plattform für Leerstandsmanagement schaffen.
(Quelle: Pixabay)
Das Projekt wird gemeinsam mit 15 Modellstädten verschiedener Größen durchgeführt. Weitere zentrale Ziele sind die Flexibilisierung von Prozessen, die Befähigung von Städten steuernd agieren zu können und gemeinsam Standards für den Dialog mit der Immobilienwirtschaft zu erarbeiten.
Nicht nur die Folgen der Corona-Pandemie, auch der demografische Wandel, die Digitalisierung und das veränderte Konsumverhalten sowie Filialisierung, Großflächenkonzepte und steigende Mieten würden dazu führen, dass die Vielfalt in Deutschlands Innenstädten abnimmt. In den nächsten drei Jahren sei mit der Schließung von rund einem Fünftel (80.000) der stationären Geschäfte zu rechnen. Das Projekt soll dieser Entwicklung entgegenwirken.
„Ziel ist es, durch einen ganzheitlichen Überblick zu Leerständen, Immobilienstruktur, angebotenen Gewerbeflächen und möglichen Anbietern, ein proaktives Ansiedlungsmanagement auf Basis eines Innenstadtkonzeptes zu schaffen“, erläutert Dr. Eva Stüber, Mitinitiatorin des Projekts, das Vorhaben. „Um das schaffen zu können, ist der Dialog zwischen allen Akteurinnen und Akteuren der Innenstadt essenziell.“
Hierfür sollen bis Ende 2022 standardisierte Prozesse, Abläufe und Tools entwickelt werden, die eine reibungslose und den Innenstadtkonzepten entsprechende Nachvermietungsstrategie ermöglichen. Adressaten der Plattform sind neben den Städten und Kommunen mit ihren Wirtschaftsförderungen vor allem auch Immobilienbesitzer, Maklerinnen, Handel und Gastronomie. Aus diesem Zusammenspiel soll sich ein innovativer Nachvermietungsprozess mit „Frühwarnsystem“ bezogen auf drohenden Leerstand ergeben.
„Die Themen multifunktionale Ansiedlung und dialogorientiertes Arbeiten zwischen Kommunen und Immobilienwirtschaft sind zentral für den Erhalt der Attraktivität von Innenstädten. Leerstand zu erfassen und zu managen ist die Pflicht, dabei mit neuen Ansiedlungsstrategien örtliche Vielfalt zu erwirken, die Kür. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass gleich 15 Kommunen Teil dieses praxisorientierten Projektes sind und mit uns gemeinsam diesen Weg für mehr Frequenzen und eine bessere Grundlage für vitales, innerstädtisches Leben gehen“, so Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln, zum Start.



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