Nach Go Swissdrive-Rückzug 08.02.2019, 17:54 Uhr

Hersteller diskutieren gemeinsamen Heckmotor

Der Fahrrad- und Pedelec-Hersteller Velofactur (Hüllhorst, NRW) initiiert ein Gemeinschaftsprojekt für einen neuen Heckmotor. Dieser soll den Hersteller Go Swissdrive nach dessen Rückzug ersetzen.
Den Heckmotor verbaut Velofactur auch in Kompakträdern.
(Quelle: Velofactur )
Der Velofactur-Geschäftsführer Rüdiger Wiele erklärte SAZbike, er sei von den Leistungsmerkmalen und spezifischen Produktvorteilen des Nabenmotors fest überzeugt und führe Gespräche mit gleichgesinnten Herstellern, um gemeinsam einen Heckmotor zu bauen, nachdem Go Swissdrive angekündigt hat, sich vom Markt zurückzuziehen. Wiele meint: „Im Rahmen unserer laufenden Produkt- und Projektplanung für die Saison 2020 arbeiten wir bereits mit Hochdruck an der Integration eines alternativen Nabenmotorsystems. Dazu befinden wir uns in vielen Gesprächen mit Anbietern von Heckmotoren und anderen E-Bike-Herstellern, die ebenfalls von den Vorteilen des Antriebs überzeugt sind.“ Zu diesem Gesprächskreis gehöre auch Ludger Sommer, einer der maßgeblich beteiligten Entwickler des Heckmotors, der von Go Swissdrive immer noch in Lizenz gebaut werde. Auch der Liegeradhersteller HP Velotechnik, ein traditioneller Go Swissdrive-Kunde, bestätigt, angesprochen worden zu sein. 
Die Velofactur ist ein Fahrrad- und Pedelec-Hersteller sowie ein Dienstleister für Verleih- und Betriebsflotten mit Anspruch auf ganzheitlichen Service aus einer Hand. Der Hersteller setzt auf den Heckmotor. Das Unternehmen wurde vom Marktrückzug des langjährigen Heckmotorlieferanten Go Swissdrive überrascht. „Wir gehören sicher zu den größeren Abnehmern von Go Swissdrive-Systemen und müssen diese Entscheidung akzeptieren – auch wenn wir sie nicht nachvollziehen können. Aber wir freuen uns, dass die Lieferung der Antriebe für das laufende Jahr, ebenso wie der langfristige Service, sichergestellt sind“, betont Rüdiger Wiele. 
Die zentralen Argumente für den Heckmotor sieht Velofactur im direkten Ansprechverhalten, dem hohen Drehmoment, der Lautlosigkeit, der direkten Kraftübertragung ohne unnötigen Verschleiß des Antriebstrangs, der innenliegenden Sensorik und der Möglichkeiten der individuellen Programmierung und Anpassung. Zum Beispiel für die Nutzung ohne Display oder den Betrieb mit Rückwärtsanfahrhilfe für Lastenräder. Rüdiger Wiele erklärt: „Nach Abwägung aller Aspekte inklusive der Betrachtung der Gesamtkosten ist der Heckmotor für uns und unsere Kunden im stark wachsenden gewerblichen Bereich der ideale Antrieb. Dementsprechend rechnen wir künftig auch mit deutlich steigenden Absatzzahlen.“
Die 2011 gegründete Velofactur GmbH aus Hüllhorst (Kreis Minden-Lübbecke/Nordrhein-Westfalen) konzentriert sich als Mobilitätsanbieter auf Bikesharing-, Tourismusverleih- und Betriebsrad-Projekte. Mit zum Team gehört auch Martin Kuhlmeier, der geistige Vater der Isy-Kompakträder im Vertrieb von Hartje. Das Magazin Focus zeichnete die Velofactur nach deren eigener Darstellung im Oktober 2018 mit dem Titel „Wachstumschampion 2019“ als eines der 500 am schnellsten wachsenden Unternehmen in Deutschland zwischen 2014 und 2017 aus (Platz 74). In der Kategorie „Verkehr und Logistik“ habe das Unternehmen den zweiten Platz von 29 Unternehmen erreicht.



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