Lieferverzögerungen 25.03.2021, 14:01 Uhr

Festgefahrenes Schiff im Suezkanal hat Fahrradteile geladen

Der Unfall im Suezkanal betrifft die Fahrradbranche: Ware für mehrere Hersteller ist auf dem querliegenden Schiff und auf den wartenden Schiffen dahinter unterwegs.
Da liegen die Teile: Festgefahrener Frachter „MV Ever Given“ im Suezkanal.
(Quelle: Instagram/fallenhearts17)
SAZbike berichtete bereits am Mittwoch, dass das 400 Meter lange und 59 Meter breite Containerschiff „MV Ever Given“ auf dem Weg von China nach Rotterdam im Suezkanal feststeckt. Bisher konnten Bauarbeiter es nicht freilegen, und das hat Folgen: Fahrradteile kommen später an. Als eines von mehreren betroffenen Fahrradunternehmen teilt der Hersteller und Großhändler Hermann Hartje (Hoya) mit, dass auf dem Schiff ein Container mit Zubehörteilen unterwegs ist. Dessen Verzögerung verursache zwar noch überschaubare Auswirkungen. „Allerdings beobachten wir die Lage aufmerksam hinsichtlich des Rückstaus der vielen anderen Containerschiffe, die den Kanal bis auf weiteres nicht passieren können. Hier haben wir bereits die Meldung einiger Lieferanten erhalten, dass sich für einzelne Lieferungen Verzögerungen ergeben; die Gesamtlage ist jedoch ausgesprochen intransparent. Wir werden uns bemühen, in Absprache mit unseren Lieferanten die bestmöglichen Lösungen zu finden“, so der Pressesprecher Tristan Zerdick. 
Auch der Hersteller und Großhändler Büchel (Fulda) bestätigt, dass sich nicht nur auf dem Schiff ein für das Unternehmen bestimmter Container befindet, sondern im Stau der wartenden Frachter noch mindestens zwei weitere Containerlieferungen unterwegs sind, vorwiegend mit Elektronikteilen für Lampen.
Der Hersteller und Großhändler Merida & Centurion Germany (Magstadt) teilt mit, dass sich durch die Blockade Teilelieferungen für Merida und Procraft eventuell um 14 Tage verzögern. Für Kompletträder habe man noch keine Informationen vorliegen, so der Pressesprecher Roman Högerle, es könne aber durchaus sein, dass sich auch hier Verzögerungen ergeben. Weitere Fahrradunternehmen haben sich ähnlich geäußert.
Die taiwanische Handelsgesellschaft Taitra teilte mit, dass es mehrere Wochen dauern wird, um die Auswirkungen zu beurteilen. Aber bereits vor diesem Vorfall mangelte es an Containern und Arbeitern in der Abfertigung, weshalb die Preise für die Verschiffung bereits so stark gestiegen waren, dass Unternehmen ihre Fahrradpreise erhöhen mussten (SAZbike berichtete in Ausgabe 1/2021).
Laut der Betreibergesellschaft des Suezkanals wird die Route täglich von etwa 50 Schiffen passiert. Wenn Schiffe auf den Umweg über das Kap der Guten Hoffnung ausweichen müssen, dauert dies grob eine Woche länger. Es trifft die Weltwirtschaft und besonders die Fahrradbranche zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt, da Lieferverzögerungen aktuell kaum durch Lagerbestände aufgefangen werden können.
Mehr Informationen dazu gibt es in der kommenden SAZbike-Ausgabe 6/2021.


Das könnte Sie auch interessieren