Radverkehr und Infrastruktur 12.11.2020, 12:39 Uhr

Rege Teilnahme bei Bremens digitaler Fahrradkommunalkonferenz

Die jährliche Fahrradkommunalkonferenz fand coronabedingt in diesem Jahr nur digital statt. Fast 600 Mobilitätsfachleute trafen sich am 10. November virtuell in der Gastgeberstadt Bremen, um sich über Themen des Radverkehrs auszutauschen.
Die Konferenz fand online statt.
(Quelle: Screenshot)
Die Fahrradkommunalkonferenz fand zum 14. Mal statt - aber zum ersten mal in digitalem Format. Fast 600 Verwaltungsfachleute aus Kommunen, Regionen und Landesbehörden. Gastgeber war die Stadt Bremen. Unter dem Titel „Radverkehr zwischen Rückenwind und Flächenstreit. Was bleibt vom Hype?“ wurde vor allem die Frage diskutiert, ob die aktuelle verkehrspolitische Aufbruchsstimmung in deutschen Gemeinden von Dauer sein wird.
Fahrradstädte sind krisenfester
Gastgeberin Dr. Maike Schaefer, Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau der Freien Hansestadt Bremen sagte: „Die Pandemie hat einmal mehr gezeigt, dass ‚Fahrradstädte‘ einfach krisenfester sind.“ Sie verwies auf Erfahrungen aus der Benzinpreiskrise und der Debatte um Dieselfahrverbote. Schaefer sieht neben den Finanzen eine weitere für den Stadtverkehr knappe Ressource: den Straßenraum: „Wir brauchen hier ein Umsteuern, um dem Rad- und Fußverkehr den nötigen Platz zu geben.“
Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, sagte: „Das Radverkehrsaufkommen hat während der Corona-Pandemie zugenommen und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Wir wollen den Radverkehr weiter stärken. Die Basis dafür ist eine sichere und nachhaltige Radverkehrsinfrastruktur.“ Dem stimmte Tilman Bracher, Leiter des Forschungsbereichs Mobilität am Deutschen Institut für Urbanistik, zu: „Die Kommunen müssen nun auch auf Hauptverkehrsstraßen ausreichend Platz für Radwege sowie sichere Kreuzungen schaffen. Es gilt die notwendigen Personal- und Finanzressourcen bereitzustellen, damit die Finanzspritzen des Bundes genutzt werden können.“
Kommunale Handlungsfähigkeit im Fokus
Welche Gestaltungsmöglichkeiten Kommunen zum Beispiel bei der Anlage von Fahrradstraßen haben und welche Finanzierungsoptionen ihnen zur Verfügung stand, steht im Fokus der diesjährigen Fahrradkommunalkonferenz. Ute Hammer, Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, präsentierte einen systemischen Blick auf die Sicherheit, während der Niederländer Benni Leemhuis vom Gemeinderat Groningen darüber berichtete, wie der Wandel seiner Stadt von einer radikalen Idee weltweit zur Blaupause für Fahrradstädte wurde. Bei der abschließenden Podiumsdiskussion zum Thema Pop-up-Radwege und ihre Bedeutung für den Verkehr war die stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende Rebecca Peters dabei. Eine Aufzeichnung des öffentlichen Livestream steht hier zur Verfügung.

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