Vorrang für Radverkehr und Altstadt-Radlring 29.03.2019, 10:35 Uhr

Radentscheid München will Verkehrswende vorantreiben

Gestern präsentierte das Bündnis „Radentscheid München“ zwei Bürgerbegehren: Erstens brauche München attraktive, leistungsfähige und sichere Radwege und Abstellanlagen. Ein zweites Bürgerbegehren soll einen Altstadt-Radlring ermöglichen.
So soll der Rad-Ring verlaufen.
(Quelle: ADFC München )
Sichere und breite Radwege, ein Rad-Vorrangnetz in der ganzen Stadt, übersichtliche Kreuzungen und Einmündungen sowie bessere Radabstellplätze sind die Kernforderungen des Bündnisses „Radentscheid München”. Der Trägerkreis aus ADFC, Bündnis 90/Die Grünen, Bund Naturschutz, Die Linke, Green City und ÖDP wird nach eigenen Angaben von 40 Partnern und rund 1.000 ehrenamtlichen, so genannten „Radlbotschaftern“ unterstützt. Neben den Bündnispartnern konnten auch beispielsweise Radläden, Bäckereien und Arztpraxen als Unterstützer und Sammelstellen für Unterschriften gewonnen werden.
Sonja Haider, eine Sprecherin des Bündnisses, erklärt: „Wir wollen gute und sichere Radwege. Das heißt, dass es an Straßen mit vielen Kraftfahrzeugen oder Geschwindigkeiten über 30 Stundenkilometern baulich geschützte Radwege geben muss. Die sollen mindestens 2,30 Meter pro Fahrtrichtung breit sein und seitliche Sicherheitsabstände haben.“ Eine einheitliche Farbe solle die Radwege kennzeichnen. Diese müssten so gebaut sein, dass Autos nicht darauf parken können.
Gudrun Lux, eine Sprecherin des Radentscheids, ergänzt: „Wir wollen Vorfahrt fürs Rad und zwar auf Rad-Vorrangrouten, die alle Stadtbezirke verbinden. Nur wenn alle wichtigen Orte des öffentlichen Lebens - seien es Universitäten und Schulen, der Hauptbahnhof oder Museen und Konzerthallen - gut mit dem Fahrrad erreichbar sind, steigen Menschen auf diese umweltfreundliche und platzsparende Mobilität um.“ Ein flächendeckendes und zusammenhängendes Netz von breiten, komfortablen Radrouten ermögliche nicht nur rasches und bequemes Fahren, sondern würde auch den Radverkehrsanteil, auch bekannt als Modal Split, erhöhen. Eine Menge Radwege seien in München zu Stoßzeiten vollkommen überlastet.
Weiter sollen Unfallschwerpunkte entschärft werden. Daher müssten Kreuzungen, Einmündungen und Einfahrten baulich so gestaltet sein, dass freie Sicht für und auf den Radverkehr besteht und Kraftfahrzeuge möglichst nur langsam abbiegen können. Außerdem brauche es sichere Abstellmöglichkeiten für die immer hochwertigeren Räder. Hierfür und bei Parkplätzen für Lastenräder und Kinderanhänger sieht das Bündnis deutlichen Nachholbedarf in München, idealerweise an allen wichtigen Punkten des öffentlichen Lebens und an Knotenpunkten des öffentlichen Personennahverkehrs.
In einem zweiten Bürgerbegehren fordert das Bündnis „Radentscheid München“ einen sicheren, eigenständigen und durchgängigen Altstadt-Radlring. Die heutigen Radwege entlang des Altstadtrings sind weder sicher noch komfortabel nutzbar und größtenteils unterdimensioniert. An der Blumenstraße, Brienner Straße und Frauenstraße fehlen sie teilweise sogar ganz, konstatiert das Bündnis im Begründungstext. Der Altstadt-Radlring hingegen würde mehr Sicherheit bieten, insbesondere Kinder, Senioren und unsichere Radfahrer würden profitieren. Der Radverkehr könnte gebündelt und somit die Straßen innerhalb der Altstadt entlastet werden.



Das könnte Sie auch interessieren