Zwölffach für alle 31.05.2019, 16:36 Uhr

Shimano stellt die neue „Deore XT“ und „SLX“ vor

Shimano stellt die neue „Deore XT“ und die direkt darunter angesiedelte, ebenfalls neue „SLX“ vor. Beide Gruppen kommen mit Zwölffach-Kassetten. Dreifach-Kurbeln gibt es nicht mehr, aber größere Kassetten.
Shimanos neue „Deore XT“
(Quelle: Shimano )
Die jüngste Generation von Shimanos „Original“ Mountainbike-Komponentengruppe „Deore XT“, das Kürzel steht für Cross Terrain, knüpft mit ihrer Ausrichtung auf anspruchsvolle Mountainbiker an die Tradition ihrer Vorgängerserien an. Zugleich bietet die ebenfalls brandneue Mountainbike-Anfängergruppe „SLX“, die an der „XTR“ und „Deore XT“ orientiert ist, ähnliche Technik zum deutlich niedrigeren Preis.
Die neue „Deore XT“, sie trägt die Kennnummer „M8100“, schaltet jetzt auch zwölffach, wie bereits die Profigruppe „XTR“. Die Kassette steht in einer Variante mit 10 bis 45 Zähnen oder einer Variante mit 10 bis 51 Zähnen zur Verfügung. Auch die Einfach- und Zweifachkurbeln entsprechen den großen Vorbildern. Eine Dreifach-Option gibt es zwar nicht mehr, aber der leichteste Gang bleibt leicht: Das kleinste Kettenblatt weist 28 Zähne auf, in Kombination mit dem 51 Zähne großen Kassettenritzel ergibt sich eine Untersetzung von 0,55. Zum Vergleich: Die leichteste Untersetzung der unmittelbaren Vorgängergruppe „Deore XT M8000“ wies ein Verhältnis von extrem einfachen 0,49 auf (22:46), frühere Vorgängergruppen jedoch hatten mit dem leichtesten 22/36er Gang ein Untersetzungsverhältnis von 0,61. Und da gab es keine Elektromotoren.
Die Kettenblätter sorgen mit ihren abwechselnd breiteren und schmäleren Zähnen sowie der besonderen Zähneform dafür, dass die Kette sicher auf dem Kettenblatt läuft und die Gefahr des Abspringens reduziert wird. Mit 28, 30, 32, 34 und 36 Zähnen stehen fünf Kettenblatt-Optionen zur Verfügung. Drei Kurbelvarianten stehen zur Verfügung: Eine für 52 mm Kettenlinie, 172 mm Q-Faktor und eine Einbaubreiten von 142 und 148 mm, eine weitere Variante für 55 mm Kettenlinie, 178 mm Q-Faktor und 148 mm O.L.D. sowie als dritte die Super Boost Variante für 56,5 mm Kettenlinie, 181 mm Q-Faktor und 157 mm O.L.D. Die Kurbeln sind in jeweils vier Längen (165 mm, 170 mm, 175 mm und 180 mm) erhältlich.
Die Zweifach-Kurbeln sind in einer Boost-Variante (148 mm O.L.D., 51,8 mm Kettenlinie, 178 mm Q-Faktor) und einer Non-Boost Ausführung (142 mm O.L.D., 48,8 mm Kettenlinie, 172 mm Q-Faktor) verfügbar. Auch die Kette wurde ganz neu entwickelt.
Die Gruppe verfügt über zwei Schaltwerke, eins für Einfach-Kurbeln und eines für Zweifach-Kurbeln. Der Umwerfer deckt mit nur einer Spezifikation sowohl 48,8 als auch 51,8 mm Kettenlinien ab, ist allerdings in drei Montageoptionen – Direct-Mount, E-Type und mittlere Klemmschellenposition – verfügbar.
Für Zweifach-Systeme übernimmt am linken Schalter ein einzelner Schalthebel die Wechsel zwischen großem und kleinem Kettenblatt. „Rapidfire Plus Mono“ nennt Shimano diese Technologie: Durch Daumendruck wird Zugspannung erzeugt und der Umwerfer nach oben gezogen, der Hebel wird in dieser Position arretiert. Ein weiterer, kurzer Daumendruck löst die Arretierung, der Zug wird freigegeben und die Kette wandert wieder aufs kleine Kettenblatt. Rechter wie linker Schalthebel sind selbstverständlich auch in einer klassischen Klemmschellen-Version verfügbar.
Die Bremsen sind sowohl als XC-spezifische Zwei-Kolben-Bremsen wie auch als Vier-Kolben-Bremsen für Trail/Enduro verfügbar. Die Zwei-Kolben-Version weist dabei ein ähnliches Design auf wie die Vorgängerversion der „M8000“-Linie, weshalb die bisherigen Bremsbeläge „G02A“, „G03A“, „J02A“, „J03A“ (Resin) bzw. „G04S“ und „J04C“ (Metall) hier auch künftig zum Einsatz kommen. Die Vier-Kolben-Variante ist dagegen eine komplette Neuentwicklung, die sich im Design an ihre große Schwester aus der „XTR M9100“-Serie anlehnt, mit der sie auch die Bremsbeläge „N03A“ (Resin mit Kühlrippen) und „N04C“ (Metall mit Kühlrippen) teilt. Zusätzlich ist sie mit den Belägen „D03S“ (Resin ohne Kühlrippen) und „D02S“ (Metall ohne Kühlrippen) kompatibel.
Die Bremshebel bedienen dabei mit einem Modell beide Bremssattel-Versionen. Zudem wurde laut Shimano der Leerweg nochmals reduziert, was in einem noch direkteren Ansprechverhalten resultieren soll. Die Bremshebel folgen der Konstruktion der „XTR“ Bremshebel und sind ebenfalls nicht parallel zum Lenker, sondern in einem Winkel montiert, sodass sie sich neben der Klemmschelle noch an einem zweiten Punkt am Lenker abstützen und dadurch verwindungssteifer sind als bisher. Für individuelle Einstellung sind die Hebel mit einer werkzeugfreien Griffweiten- sowie einer Einstellmöglichkeit für den Leerweg ausgestattet.
Die zwei Laufradsätze sind für XC bzw. für Trail/Enduro entwickelt, und beide jeweils in 29  und 27,5 Zoll erhältlich. Die XC Laufräder haben 24 mm breite, vollständig geschlossene Tubeless-ready Felgen für Reifen bis zu 2,35 Zoll. Die 28 doppelt konifizierten Straight-Pull-Speichen sollen für ein ausgewogenes Verhältnis von Steifigkeit und geringem Gewicht für schnelle XC-Einsätze sorgen.
Dagegen misst die Felge der Trail/Enduro-Laufräder stolze 30 mm und ist damit bereit für Reifenbreiten bis zu 2,6 Zoll. Die Aluminiumfelgen mit 28 J-Bend-Speichen halten das Gewicht dieser Tubeless-Laufräder gering, wärend sie gleichzeitig steif und robust genug sein sollen, um härtestem Einsatz auf dem Trail oder bergab zu widerstehen.
Sowohl die XC als auch die Trail/Enduro-Laufräder sind mit Steckachsen (vorne 15 mm, hinten 12 mm) ausgestattet und weisen Boost-Einbaubreiten auf. Einzelne Naben sind in Super Boost (Hinterrad, 157 mm), Boost- (110/148 mm) und Non-Boost-Versionen (100/142 mm) verfügbar.
Als maßgebliche Unterschiede der „Deore XT“ im Vergleich zur „XTR“ nennt Shimanos Deutschland-Vertrieb, der Stuttgarter Großhändler Paul Lange&Co., dass die „XT“ andere Komplettlaufräder biete, ein 28-Zähne-Kettenblatt, aber dafür kein 38er Kettenblatt, „I-Spec“-Schalthebel mit nur 20 Grad Einstellmöglichkeit in Rotationsrichtung statt 60 Grad, keinen spezifischen XC-Bremshebel und keinen Auslösehebel für versenkbare Sattelstützen. Das Mehrgewicht bei vergleichbarer Spezifikation betrage 361 Gramm.
SLX – für alle, die ihre Mountainbike-Leidenschaft gerade entdecken
Die neue „SLX M7100“ Serie orientiert sich an der „Deore XT“. Sie zeichnet sich ebenso durch die Zwölffach-Kassetten mit 10-45 oder 10-51 Zähnen, eine spezielle Kette auf SLX-Niveau und Zwei- oder Vier-Kolben-Bremsen und weitere ähnliche Technologien aus, etwa dem neuen „Rapidfire-Plus Mono“-Schalthebel. Sie ist natürlich etwas einfacher gehalten und wiegt etwas mehr, bietet aber im Gegenzug ein besseres Preis-Leistungsverhältnis. Im Gegensatz zur „Deore XT“ ist beispielsweise das Angebot an Kettenblättern mit 30, 32 und 34 Zähnen auf die meist genutzten Optionen konzentriert.
Als maßgebliche Unterschiede der „SLX“ zur „Deore XT“ nennt Paul Lange&Co.: Die SLX hat keine Leerwegeinstellung am Bremshebel, ein Aluminium-Ritzel an der Kassette, weniger Kettenblatt-Optionen, keine Komplett-Laufräder, kein Multi-Release am rechten Schalthebel, keine Gummi-Kontaktflächen an den Schalthebeln und Siltec-behandelte Innenlaschen an der Kette. Sie weist 166 Gramm Mehrgewicht bei vergleichbarer Spezifikation auf .
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die neue „Deore XT M8100“ mit ihren Varianten und Optionen mehr Leistung für moderne, anspruchsvolle und abenteuerlustige Mountainbiker bereithält, während die „SLX M7100“, die auf derselben DNA basiert, insbesondere Qualität, Zuverlässigkeit und Robustheit für diejenigen bereithält, die ihre Mountainbike-Leidenschaft entdecken und auf das Preis-Leistungsverhältnis mehr Wert legen. Optisch braucht sich die „SLX“ nicht vor teuren Gruppen zu verstecken.
Henry Bosch, Product Coordinator bei Shimano Europe, erklärt: „Während bei der Entwicklung der ,XTR’ die Begriffe Speed, Focus und Control gewissermaßen unser Mantra waren, haben wir diesen Blickwinkel für die ,Deore XT’ und die ,SLX’ erweitert. Wir haben viel darüber nachgedacht, wie Menschen ihre Mountainbikes nutzen und haben uns daher darauf konzentriert, Kompo­nentenserien zu konstruieren, die das Qualitätsniveau und die Spezifikationen bereitstellen, um den Ansprüchen von Rennfahrern, Bike-Abenteurern und qualitätsbewussten Mountainbikern auf der ganzen Welt gerecht zu werden. Vor allem aber wollten wir eine robuste und langlebige Performance sicherstellen, damit die Menschen soviel Fahrspaß wie möglich damit haben – und so lange wie möglich.”
Beide Gruppen sind ab Juni 2019 verfügbar.



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