Zweispuriges Lastenrad 26.11.2019, 08:05 Uhr

Citkar plant eigene Produktion in Großserie

Das Berliner Mobilitäts-Start-up Citkar, dessen vierrädriges Lastenfahrrad Loadster im vergangenen Sommer in eine erste Pilotserie gegangen ist, stellt einen neuen Partner vor. Mit diesem wollen die Berliner eine eigene Produktion aufbauen.
Marvin Bosse (l.), Projektmanager Logistik bei Transgourmet, und Citkar-Chef Jonas Kremer (r.) bei der Übergabe an die Fahrer auf dem Werksgelände in Hannover.
(Quelle: Citkar )
Die zweite Finanzierungsrunde des Start-ups wurde im September mit dem Unternehmen Rumford Partners abgeschlossen. Gleichzeitig werde die Kooperation mit dem bisherigen Partner Transgourmet ausgeweitet. Das Produkt, ein vierrädriges Lastenfahrrad ist im vergangenen Sommer in eine erste Pilotserie gegangen. Jetzt bereitet Citkar die Großserie für 2020 vor.
„Mit Citkar konnten wir einen Partner gewinnen, der mit dem Loadster ein absolutes Spitzenprodukt im Bereich der urbanen Mobilität entwickelt hat“, begründet Quirin Graf Adelmann von Rumford Partners den Einstieg bei Citkar. Mit dem Invest wolle man Citkar einen zukunftssicheren und professionellen Aufbau ermöglichen. Dazu zählt eine eigene Produktionsstätte, die Erweiterung des Portfolios und eine Vertiefung der Verankerung in die Debatten um urbane Mobilität. Rumford Partners löst den bisherigen Investor Tec Ventures ab.
Mit Transgourmet, einem Anbieter für Großverbraucher-Lieferdienste in Deutschland, baut Citkar die Loadster-Kooperation weiter aus. Bereits seit 2018 arbeiten Citkar und der Lebensmittel-Lieferant zusammen. Dieser ist in Deutschland mit der Supermarktkette Rewe bekannt und gehört zur Deutsch-Schweizer Holding der Coop Gruppe. Transgourmet setzt seit über einem Jahr zwei Loadster in München ein. Weitere Loadster sollen nun in Hannover folgen. Es sei auch angedacht, geeignete Transportstrecken in vielen größeren Städten auf den Radweg zu verlagern, da dies schneller und billiger gehe.
Citkar-Geschäftsführer Jonas Kremer erklärt: „Von Anfang an setzen wir bewusst auf das Feedback von Kunden und orientieren uns bei der Entwicklung sehr an den Anforderungen des Marktes.“ Gemeinsam mit Rumford Partners habe man sich dazu entschlossen, die Großserienproduktion des Loadster in Berlin für den Marktstart im Frühjahr 2020 anzusetzen. Wie schon zuvor, wird dies gemeinsam mit den Berliner VfJ Behindertenwerkstätten geschehen.
Der Verkaufsstart des Loadster war ursprünglich für das vierte Quartal 2019 geplant. Grund für die Verzögerung sind unter anderem Lieferengpässe bei den Zulieferern. „Wir setzen aus Qualitätsgründen auf hochwertige Komponenten, die in der Motorrad- und Automobilindustrie verwendet werden“, erklärt Kremer. Viele Zulieferer stünden auch aufgrund der Dieselaffäre unter Druck, weil sie ihr Sortiment an die neuen Anforderungen der Hersteller anpassen müssten. Dadurch traten Lieferschwierigkeiten auf, die auch Citkar betreffen. Die dadurch gewonnene Zeit nutze Citkar für die Integration weiterer Entwicklungen, die für die erste Loadster-Serie bisher nicht vorgesehen waren.


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