Wachstum erfordert weitere Investitionen 31.05.2019, 11:22 Uhr

Minderheitsgesellschafter Pierer will weitere Pexco-Anteile kaufen

Die österreichische Pierer Industrie AG, bisher Minderheitsgesellschafter der Pexco, will den Schweinfurter Fahrradhersteller komplett übernehmen. Ein Datum gibt es dafür noch nicht.
Pexco-Zentrale in Schweinfurt
(Quelle: Pexco )
Pexco ist seit der Gründung im Juli 2017 bereits rasant gewachsen und hat noch viel größere Pläne. Bisher scheint der Kurs nach ganz oben zu stimmen: Die Marken Husqvarna und R Raymon dürfen als etabliert betrachtet werden, 40 Mitarbeiter arbeiten am Standort Schweinfurt, der Vertrieb läuft in den relevanten Märkten Europas mit zwölf weiteren Mitarbeitern, die Lieferkette funktioniert nach eigener Darstellung ebenfalls.
Um das Wachstum zu bewerkstelligen und die Unternehmensentwicklung auch für die nächsten Jahre zu sichern, fanden in den vergangenen Wochen erste Sondierungsgespräche mit der Pierer Gruppe aus Österreich statt. Dieser Minderheitsgesellschafter ist aktiv in der Motorrad-, Luftfahrt und Autoindustrie. Das Ziel der geplanten Investition: zusätzliche Ressourcen im Service sowie Qualitätsmanagement schaffen und die Bereiche Innovation, Entwicklung und Design stärker miteinander verzahnen. „Als wir vor gut zwei Jahren in die Gespräche mit Susanne und Felix Puello eingestiegen sind, stand eine große Vision im Raum. Wir haben damals zwar das enorme Potenzial, dass das Thema Elektromobilität mit sich brachte, erkannt, allerdings war für  uns der Fahrradmarkt auch einer mit gänzlich unbekannten Spielregen“, sagt Stefan Pierer, CEO der Pierer Gruppe (Wels). „Dass wir innerhalb kürzester Zeit und dank des unermüdlichen Einsatzes von Susanne sowie Felix Puello und ihrem gesamten Team heute bereits auf eine Roadmap blicken, die ihres gleichen sucht, hätten wir nicht für möglich gehalten.“ 
In den letzten Wochen fanden deshalb intensive Sondierungsgespräche zwischen den Vertretern der Pierer Gruppe und der Pexco GmbH statt, um eine gemeinsame Zukunftsstrategie festzulegen. „Schnell wurde der Entschluss gefasst, dass wir zusätzliches Momentum aufnehmen müssen, um sich in einem hart umkämpften Markt als relevanter Player zu etablieren. Wir müssen zeitnah weitere Kapazitäten und Personalressourcen in den Bereichen Design, Entwicklung, Engineering, Qualitätsmanagement sowie Service aufbauen, um uns in einem starken Mitbewerberfeld fachhandelsgerecht zu positionieren“,  erklärt die Pexco-Geschäftsführerin Susanne Puello. Gerade in den letzten beiden Feldern sei man in den vergangenen Wochen an Grenzen gestoßen.
Sie wolle auch auf die steigenden Bedürfnisse und Anforderungen der Fachhandelspartner eingehen, beispielsweise „im Bereich der Digitalisierung zwischen Industrie sowie Handel auf der einen und den Konsumenten auf der anderen Seite. Diesen nächsten Schritt möchten wir nur gemeinsam mit unseren Fachhändlern in die Wege leiten.“
Ziel ist es deshalb, die Pexco GmbH Schritt für Schritt in die Pierer Gruppe zu integrieren die Pexco-Inhaber verkaufen also weitere Anteile an die Österreicher, um weiteres Wachstum zu finanzieren. Einen Zeitplan gibt es dafür noch nicht. „Gemeinsam mit Susanne und Felix Puello werden wir das Thema E-Mobility auf ein nächstes Level heben. Und beide nehmen in einer künftigen Konstellation gleichbleibend führende Positionen ein. Von unserem strategisch gewählten Standort in Schweinfurt aus, werden wir auch künftig weiterhin die Geschicke leiten,“ bestätigt Stefan Pierer abschließend.


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