Führerschein-, Kennzeichen- und Helmpflicht 19.10.2020, 15:36 Uhr

Europas Fahrradverbände wollen freizügige Pedelec-Regeln behalten

Mehrere europäische Fahrradverbände wollen gemeinsam verhindern, dass Pedelecs künftig von der EU in die L-Kategorie eingestuft werden, weil dies den Verkauf erheblich beeinträchtigen kann.
Pedelec-Fahrer
(Quelle: Shimano)
Die Verbände Conebi, CIE, European Cyclists' Federation (ECF), die European Cycle Logistics Federation (ECLF) und die International Mountain Bike Association Europe (IMBA EU) haben sich als Reaktion auf die Untersuchung der Europäischen Kommission zu Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit Fahrzeugen der L-Kategorie und neuen Geräten für Mikromobilität zusammengeschlossen. Sie wollen nach eigener Darstellung sicherstellen, dass der europäische E-Bike-Markt weiter wachsen kann und die Sicherheit der Nutzer in der Überprüfung berücksichtigt wird. 
Diese Überprüfung wurde in erster Linie durch Bedenken der EU-Mitgliedstaaten hinsichtlich neuer Fahrzeuge wie E-Scooter und Monoräder ausgelöst. Sie führt jetzt aber auch zur Überprüfung aller Fahrzeuge in diesem schnell wachsenden Mikromobilitätssegment, einschließlich Pedelecs, Speed-EPACs und Lastenräder. 
Conebi befürchtet, dass Pedelecs bei der zukünftigen Überarbeitung der EU-Typgenehmigungsverordnung nicht mehr aus der L-Kategorie ausgeschlossen werden, und Nutzer damit nicht mehr die gleichen Rechte hätten wie Fahrradfahrer. Die Folge wären zahlreiche Auflagen, die den Gebrauch und Verkauf von Pedelecs erschweren würden, etwa Führerscheinpflicht, Nummernschilder oder Helmpflicht. 
Das Hauptziel der Verbände: Sie wollen, dass Pedelecs rechtlich weiterhin wie Fahrräder behandelt werden. Gleichzeitig will Conebi S-Pedelecs aus der aktuell gültigen Moped-Kategorie, welche auch für den zähen Verkauf verantwortlich ist, herauslösen. Außerdem wollen die Verbände den ungehinderten Zugang von E-Mountainbikes zu Wegen abseits des Straßenverkehrs aufrechterhalten. Die Überprüfung der Kategorisierung der Fahrzeuge soll nach Angaben der Verbände bis Februar 2021 abgeschlossen sein.

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