Zweijähriges Projekt 22.06.2017, 09:04 Uhr

Vaude schult Zulieferer im Umweltschutz

Vaude zieht eine positive Bilanz eines Projekts mit dem Ziel, die asiatischen Zulieferer in Sachen Umweltschutz, Energie- und Schadstoffmanagement zu schulen. 
Zulieferer mit Antje von Dewitz (Mitte)
Eine Outdoor-Jacke besteht aus rund 50 Teilen, die von verschiedenen Zulieferbetrieben hergestellt und an einen Produktionsbetrieb geliefert werden, der die Jacke konfektioniert. Diese Zulieferbetriebe standen im Fokus des Pionierprojekts „Environmental Stewardship in the Supply Chain“, das Vaude nach eigenen Angaben 2015 ins Leben gerufen hat. Höhere Umweltstandards und effizienterer Ressourcenverbrauch waren die Ziele. „Wir möchten Transparenz in der kompletten Lieferkette schaffen und für jeden Bestandteil unserer Produkte größtmögliche Gewissheit erlangen, dass er fair und umweltfreundlich hergestellt wurde“, beschreibt Geschäftsführerin Antje von Dewitz das Projekt. 
Gemeinsam mit externen Experten für Arbeitssicherheits-, Qualitäts- und Umweltmanagement wurden nach Angaben des Unternehmens aus Tettnang über zwei Jahren Schulungen und Workshops unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ durchgeführt. Mitarbeiter aus Management und der Produktionsorganisation von acht Zulieferern nahmen daran teil. Zudem wurden individuelle Beratungen vor Ort bei 36 Werksbesichtigungen durchgeführt. 
Ende Mai 2017 machte sich von Dewitz in Asien selbst ein Bild vom Erfolg des Projekts. „Ich freue mich sehr, dass das Projekt so viele messbare Ergebnisse und nachhaltige Verbesserungen für die Partner, für uns und für die Umwelt gebracht hat. Es zeigt, dass eine ideelle Zielsetzung mit gemeinsamem Tatendrang sehr professionell umgesetzt werden kann, wenn es gelingt, die Beteiligten von der Sache zu überzeugen“, so ihr Fazit. 
Etwa 80 % des Volumens an Hauptmaterialien und Futterstoffen, welche Vaude verarbeitet, sollen über das Pilotprojekt abgedeckt sein. Die Teilnehmer des Projekts erkannten laut Vaude in den sehr praxisnahen Workshops schnell die Verbesserungsmöglichkeiten für sich. Einige Teilnehmer wollen nach Angaben des Herstellers nun sogar ihre Vorlieferanten sensibilisieren. Insgesamt sollen bereits etwa 100 Verbesserungen in den Bereichen Technik und Organisation umgesetzt worden sein. Beim Abschlussevent in Taipeh mit allen Lieferanten stellte jedes der acht teilnehmenden Unternehmen seine Best-Practice-Beispiele vor. 
Die Maßnahmen sollen jährlich rund 550 Tonnen Abfall, 5.500 qm Wasser und 18 Mio. kWh Energie sparen und die CO2-Emissionen pro Jahr um rund 5.000 Tonnen senken. Die Unternehmen sollen Kosten für Energie, Ressourcen und Materialien in Höhe von durchschnittlich etwa 50.000 Euro pro Jahr sparen.
Dies wurde nach Angaben des Outdoor-Ausrüsters erreicht durch Maßnahmen wie die Isolierung von Rohren, die Abschaltung von hydraulischen Pumpen bei Nicht-Gebrauch, die Einführung von LED-Beleuchtung, die Nutzung von Energie aus Solarpanels und Wärmerückgewinnung oder die Modernisierung von veralteten Anlagen. Neben der Erhöhung der Energieeffizienz wurden auch Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Fabriken wie z. B. die Übersetzung von Sicherheitshinweisen in die verschiedenen Sprachen der Arbeiter sowie Schulungen zum Thema Arbeitsschutzbekleidung und Umgang mit Chemikalien durchgeführt. Die Einführung eines professionellen Chemikalienmanagements war für viele teilnehmende Betriebe die wichtigste Errungenschaft. Hier ging es vorranging um Themen wie die Automatisierung von Prozessen sowie Aufbewahrung, Transport und Entsorgung von Chemikalien.
Vaude will das Projekt in den nächsten Jahren auf alle Materiallieferanten ausdehnen und auch Mitbewerber und Branchenverbände für das Thema gewinnen. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert und von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) finanziell unterstützt.


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