Umweltschutz 03.12.2019, 12:04 Uhr

Vaude plant weltweit klimaneutrale Produktion

Der Outdoor-Ausrüster Vaude (Tettnang), nach eigener Darstellung seit 2012 am Haupsitz in Tettnang am Bodensee klimaneutral, will künftig alle Produkte weltweit klimaneutral herstellen.
Vaude-Mitarbeiter mit Transparent für Klimaschutz
(Quelle: Vaude )
Vaude will so nach eigener Aussage einen Beitrag dazu leisten, dass die globale Erderwärmung entsprechend der Ziele des Pariser Klima-Abkommens auf maximal 1,5 Grad beschränkt wird. Rund 680 Unternehmen weltweit und von 29 Unternehmen in Deutschland haben sich der Initiative Science Based Targets (SBT) angeschlossen. Diese internationale Initiative setzt sich dafür ein, dass die Wirtschaft ihren Beitrag zu den in Paris verabschiedeten Klimazielen leistet. Die Unternehmen verpflichten sich freiwillig dazu, sich wissenschaftsbasierte Klimaziele zu setzen. Diese müssen im Einklang mit den Vorgaben des Paris-Abkommens stehen, die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius bzw. deutlich unter 2 °C zu beschränken.
Vaude hat nun zwei Jahre Zeit, um sich ein umfassendes Ziel mit den entsprechenden konkreten Teilzielen zu setzen, die von der Initiative regelmäßig überprüft werden. „Als Mitinitiator der Initiative freuen wir uns, dass sich Vaude ein noch umfassenderes, globales Ziel setzen wird. Wir brauchen solche Mitstreiter, die mit gutem Beispiel vorangehen und andere Firmen motivieren“ so Alexander Liedke, Senior Manager Sustainable Business & Markets der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland.
„Um einem für die Menschheit gefährlichen Klimawandel entgegenzuwirken, muss es uns gelingen, die Erderwärmung gemäß des Pariser Abkommens auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen.  Dies wird nur gelingen, wenn wir alle weltweit etwas dafür tun. Dafür braucht es Initiativen wie die SBT, die ein Umdenken in der Wirtschaft fördern. Wir bei Vaude möchten unseren Beitrag leisten und haben uns zum Ziel gesetzt, sämtliche Produkte klimaneutral herzustellen. Um dies nachweislich zu erreichen, arbeiten wir mit den SBT unter anderem an der schrittweisen Reduktion unserer CO2-Emissionen in der globalen Lieferkette“, so die Vaude-Geschäftsführerin Antje von Dewitz.
Die Klimaziele
Mit den SBT weitet Vaude seine Klimastrategie deutlich aus und setzt sich das Ziel, künftig alle Produkte weltweit klimaneutral herzustellen. Schon seit 2012 seien der Standort Tettnang und die dort hergestellten Produkte klimaneutral. Der ausschließliche Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energiequellen, z. T. durch eigene Photovoltaikanlagen, die Umstellung auf LED-Beleuchtung und ein umfassendes Mobilitätskonzept seien nur beispielhafte Maßnahmen, um den Klimafußabdruck zu minimieren. Nun verpflichte sich Vaude dazu, wissenschaftsbasierte Klimaziele für die weltweite Lieferkette zu definieren. Diese würden nach der laut Vaude „derzeit international anerkanntesten wissenschaftlichen Methodik, der Science Based Targets Initiative, messbar gemacht und überprüft“. Mit Hilfe eines Stufenplans will Vaude zunächst die Energie-Verbräuche seiner rund 45 Produzenten aus der globalen Lieferkette inklusive der vorgelagerten Materialherstellung erfassen und CO2-Emissionen sukzessive reduzieren. Im Fokus stünden dabei der Umstieg auf erneuerbare Energien sowie die Verwendung ressourcenschonender Materialien.
„Für eine klimaneutrale Produktherstellung werden wir von der Materialherstellung bis zum fertigen Produkt zunächst die Lieferkettenprozesse auf maximale Ressourcenschonung sowie hohe Material- und Energieeffizienz optimieren und im Anschluss nicht vermeidbare Emissionen kompensieren“, erklärt Hilke Patzwall, CSR-Managerin bei Vaude. Als erste Teilziele sollen bis 2024 mindestens 90 Prozent aller Produkte einen biobasierten oder recycelten Materialanteil von mehr als 50 Prozent haben.


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