Abschiebung von Mitarbeitern 12.06.2019, 08:00 Uhr

Vaude kritisiert Duldungsgesetz für Ausländer

Die Unternehmer-Initiative „Bleiberecht durch Arbeit“, dazu gehört auch Vaude, übt scharfe Kritik an dem am 7. Juni im Bundestag verabschiedeten Beschäftigungsduldungsgesetz.
Die Mitglieder der Initiative von links: Antje von Dewitz, Brauereichef Gottfried Härle, Autohaus-Inhaber Thomas Osswald, Industriedienstleister Markus Winter
(Quelle: Vaude )
Dieses Gesetz, so die Initiative, der sich zwischenzeitlich mehr als 170 Unternehmen aus Süddeutschland mit über 2.500 über das Asylsystem eingewanderten Mitarbeitern angeschlossen haben, bringe weder für die Betriebe Planungssicherheit noch für deren Mitarbeiter eine sichere Bleibeperspektive. „Die Hürden, die dieses Gesetz für ein Bleiberecht für Geflüchtete in Arbeit vorsieht, sind derart hoch, dass sie nur von ganz wenigen Asylbewerbern tatsächlich überwunden werden können“, so Gottfried Härle, einer der Gründer der Unternehmerinitiative. Insbesondere die Vorschrift, dass sich die Betroffenen vor Erteilung einer längerfristigen Aufenthaltserlaubnis zwölf Monate in einem Duldungsstatus befinden müssten, würde in aller Regel dazu führen, dass die Betroffenen in diesem Zeitraum abgeschoben würden, so Härle. „Das ist genau das Gegenteil dessen, was unter dem Begriff ‚Spurwechsel‘ ursprünglich diskutiert wurde“, kommentiert er.
Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen, insbesondere auch im Handwerk und im Pflegebereich, fürchten, dass mit dem neuen Gesetz ihre Integrationsbemühungen zunichte gemacht werden. Viele Betriebe befürchten erhebliche wirtschaftliche Einbußen, wenn ihre Mitarbeiter abgeschoben werden.
In mehreren Umfragen wie bspw. der von der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Titel „Was die Deutschen über Migration denken“, befürworten fast 80 Prozent der Bevölkerung, dass gut integrierten Migranten, die hier Arbeit gefunden haben, eine Bleibeperspektive eröffnet werden soll.
Die Unternehmen sind nach eigener Darstellung dringend auf diese Arbeitskräfte angewiesen. Und niemand könne verstehen, dass über ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz Mitarbeiter aus anderen Teilen der Welt angeworben werden sollten, während gleichzeitig gut eingearbeitete Menschen in den Betrieben abgeholt und abgeschoben würden. Über die Initiative berichtete SAZbike hier.


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