Dirk Sandrock erklärt Ziele 28.05.2019, 13:38 Uhr

Teilehersteller By.Schulz kooperiert mit Elektronikspezialist Momes

Der Teilehersteller By.Schulz (Saarbrücken) kooperiert mit dem Sportelektroniker Momes (Heidelberg). Der Momes-Geschäftsführer Dirk Sandrock erklärt die gemeinsamen Absichten.
Von links: Markus Schulz, Dirk Sandrock, Robert Koch
(Quelle: By.Schulz )
By.Schulz, bekannt für gefederte Sattelstützen und verstellbare Vorbauten, baut sein Produktportfolio rund um das Cockpit weiter aus und integriert dabei auch Elektronik. Darum wollen die Saarländer verstärkt mit Anbietern elektronischer Komponenten arbeiten. Markus Schulz meint: „Dirk Sandrock kann auf Grund seiner Erfahrungen als Produktmanager für Fahrräder, Komponenten und seiner aktuellen Tätigkeit in Bezug auf die Entwicklung von elektronischen Lösungen unser Team gut verstärken.“ Sandrock unterstützt darüber hinaus das By.Schulz-Führungsduo Markus Schulz und Robert Koch auch in der Kommunikation und im Marketing.
Sandrock bringt Erfahrung dafür mit: Mit seinem Team der Firma Momes (Heidelberg) hat er diverse Radcomputer und GPS-Geräte, Sensoren sowie Apps entwickelt. Diese wurden und werden von OEM-Kunden wie O-Synce, Powertap, Magura oder Nuvinci verwendet. Der Partner Benchmark Drives, heute in der Continental-Gruppe, setzte als erste Firma überhaupt kabellose Displays von Momes mit dem Go-Swissdrive-Antrieb bei Pedelecs ein. Momes war auch als Entwicklungspartner der Garmin-Tochter Dynastream an der Entwicklung von Profilen des Kommunikationsstandards ANT beteiligt, etwa am E-Bike-Profil, am Profil zur Leistungsmessung, den Profilen für die Fernbedienung sowie für Federelemente, die Sattelstütze und die Schaltung. Der „Coachsmart“, ein erweitertes Smartphone-Display, wurde für diese Profile und die Ansteuerung der elektronischen Produkte entwickelt.
Die Basis der Zusammenarbeit mit By.Schulz bildet ein Vorbau, der per Schnellspanner zur Seite gedreht werden kann, um die Transport- und Parkbreite des Fahrrads zu reduzieren. Daran sollen per Adapter elektronische Komponenten wie Pedelec-Displays, GPS-Geräte, Fahrradcomputer, Actioncams oder Lampen zu einer Einheit integriert werden. Mit dem Vorbau kann der Fahrer nun entscheiden, welche Lösung er ins Cockpit integrieren möchte. Dabei werden die Geräte nicht am Lenker, sondern an der Vorderseite des Vorbaus montiert. Sandrock, er ist erfahrener Triathlet, hatte sehr früh verstanden, dass der Computer an dieser Position einfacher ablesbar ist als am Lenker, und dass dies die Sicherheit erhöht.
Sandrock erklärt seine Pläne: „Zunächst wollen wir By.Schulz als Anbieter für Cockpit-Systemlösungen bekannter machen. Darüber hinaus wollen wir unsere OEM-Kunden mit Systemanbietern von Elektronik-Parts zusammenbringen, um bestehende Insellösungen zu einem funktionierenden Ganzen zu vereinen.“ Er will eine sogenannte Systemarchitektur aller Komponenten erreichen. „Daten-Sharing kann dem Radfahrer, dem Händler, der Industrie und den Dienstleistern, also Leasing-Anbietern und Verleihern, der Tourismusbranche oder Versicherungen, wichtige Vorteile bringen, die es in anderen Branchen bereits gibt.“
So könnten manche Produkte längst wichtige Extra-Funktionen bieten, wenn die Software offen für andere Anbieter wäre. Ein gutes Beispiel sieht Sandrock in Elektromotoren: „Viele Antriebslieferanten nutzen längst nicht alle sinnvollen Möglichkeiten, die mit ihren Produkten umsetzbar wären, etwa einen Unfall-Alarm, einen Diebstahlschutz, eine Wegfahrsperre oder ähnliches. Diese müssen sich Radfahrer als Zubehör von Drittanbietern kaufen, dabei könnte man die Software des Motors öffnen und Funktionen integrieren.“ Mit der Integration der Software wäre der Radfahrer dann sicherer unterwegs und bräuchte keine Extrageräte.



Das könnte Sie auch interessieren