Shimano meldet sich im E-MTB-Markt zurück

Nach längerer Pause bei der Weiterentwicklung seiner E-MTB-Antriebe meldet sich Shimano mit einem neuen Modell auf dem Markt zurück. Der EP810 setzt auf einen leichten Motor, automatische Schaltung und Unterstützung sowie ein neues digitales Ökosystem.
Shimano erweitert sein E-Bike-Portfolio um die Serie EP810. Der neue Antrieb richtet sich an sportlich orientierte E-Mountainbiker und Spitzensportler. Die Antriebseinheit DU-EP810 wiegt 2,3 Kilogramm und leistet bis zu 100 Nm Drehmoment bei 750 Watt Spitzenleistung. Das Gehäuse besteht aus einer Magnesiumlegierung mit integrierten Kühlrippen. Der Motor soll seine Leistung bis zu einer Trittfrequenz von 160 Umdrehungen pro Minute gleichmäßig abgeben. Shimano hat zudem die interne Konstruktion überarbeitet, um mechanische Geräusche zu reduzieren.
Zu den wichtigsten Neuerungen zählt das Konzept "True Auto". Es verbindet die dritte Generation von Auto Shift mit der neuen Funktion Auto Assist und soll Schaltvorgänge und Motorunterstützung besser aufeinander abstimmen. Das System erfasst dafür Trittfrequenz, Drehmoment, Geschwindigkeit und Steigung.
Auto Shift und Auto Assist
Auto Shift basiert auf der elektronischen Di2-Schaltung und arbeitet mit einem überarbeiteten Algorithmus sowie Bewegungssensorik. Die bevorzugte Trittfrequenz lässt sich direkt am Rad im Bereich von minus drei bis plus drei einstellen, ohne App. Die Funktion ist für die Di2-Gruppen XTR, Deore XT, Deore, GRX und Cues verfügbar.
Auto Assist ist im neuen Fahrmodus Trail+ integriert und passt die Unterstützung laufend an Gelände und Fahrsituation an. Bergauf steigt die Unterstützung kontrolliert, um die Traktion zu verbessern. Bergab wird sie reduziert, auf flachen Abschnitten sinkt der Energieverbrauch zugunsten der Reichweite.

Hilfen für technisches Gelände und steile Anstiege
Assist Remain glättet die Unterstützung, wenn die Tretbewegung ungleichmäßig wird oder kurz nachlässt. Assist Carry Over verlängert sie nach dem Ende des Tretens um einen kurzen Moment, die Dauer lässt sich anpassen. Mit Hill Hold und Lift & Shift erleichtert Shimano das Anfahren am Berg: Ist die Schiebehilfe bergauf aktiv, kann der Motor das Rad in Position halten. Beim Anheben des Hinterrads schaltet das System über eine definierte Bedienfolge automatisch in einen leichteren Gang.
Neue App und Funkprotokoll
Die neue App Shimano Connect bündelt Systemanpassung, Komponenten-Updates und Fahrtaufzeichnung. Firmware-Updates kompatibler Komponenten lassen sich während der Fahrt herunterladen und später installieren. Eine Systemsperre gehört ebenfalls dazu. Parallel führt Shimano das Funkprotokoll D-FLY+ ein, das schnellere Datenübertragung und besseren Schutz bieten soll. Es ist nicht mit älteren D-FLY-Systemen kompatibel und wird nur von der EP810-Serie und späteren Plattformen unterstützt.
Komponenten, Akku und Laden
Zum System gehören die Displays SC-EN700 (Oberrohr) und SC-EM810 (Lenker, Farbdisplay), der kabellose Dreitasten-Schalter SW-UT600-LR sowie das USB-C-Modul EW-USB30-C mit 5 Volt und 1,5 Ampere. Als Energiespeicher dient der integrierte Unterrohrakku BT-EN827 mit 720 Wh, 43,2 Volt und rund 4,1 Kilogramm Gewicht (420 × 84 × 73 Millimeter). Geladen wird wahlweise mit dem Standardlader EC-EN832 (2 Ampere) oder dem schnelleren EC-EN834 (4 Ampere). Hinzu kommen Kurbelgarnituren, ein 12-fach-Kettenblatt und passende Di2-Schaltwerke.
Erste Partner
Als erste Hersteller setzen Orbea mit dem neuen Modell Rise sowie Honda mit seinen neuen E-Mountainbikes auf den EP810. Weitere Neuvorstellungen sollen im kommenden Jahr folgen.
Preise und Verfügbarkeit einzelner Komponenten hängen laut Shimano von Markt und Konfiguration ab. Konkrete Termine sollen über die Vertriebskanäle erhältlich sein.