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Materialengpässe in der Industrie nehmen weiter zu

Foto: KI-generiert mit ChatGPT

Die Beschaffungsprobleme in der Industrie nehmen wieder zu. Besonders Unternehmen aus der Chemie- und Elektronikbranche melden im Juni häufiger Materialengpässe.

Die Materialengpässe in der deutschen Industrie haben sich im Juni weiter verschärft. Nach Angaben des Ifo Instituts berichteten 17,2 Prozent der Unternehmen von Problemen bei der Beschaffung von Vorprodukten. Im Mai hatte der Anteil noch bei 15,9 Prozent gelegen. Besonders betroffen sind die Chemische Industrie sowie Hersteller von Elektronik und elektrischen Ausrüstungen.

"Die Straße von Hormus ist zwar wieder passierbar, doch die Folgen der Störungen wirken nach", sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo Umfragen. "Bis zur vollständigen Normalisierung der internationalen Lieferketten dürfte es noch einige Zeit dauern." Die Entwicklung zeigt, dass geopolitische Störungen und Verzögerungen im internationalen Warenverkehr weiterhin auf die Produktionsplanung der Unternehmen wirken.

Bereits im Vormonat hatte das Ifo Institut eine Zunahme der Materialknappheit gemeldet: Im Mai waren 15,9 Prozent der Industrieunternehmen betroffen, nach 13,8 Prozent im April. Im Juni setzte sich dieser Anstieg fort, allerdings fiel er mit einem Plus von 1,3 Prozentpunkten etwas geringer aus als im Monat zuvor.

Am angespanntesten bleibt die Lage in der Chemischen Industrie. Dort meldeten 29,5 Prozent der Betriebe Materialengpässe. Deutlich verschlechtert hat sich die Situation bei Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen: Der Anteil der betroffenen Unternehmen stieg von 25,5 auf 34,2 Prozent. Auch bei Herstellern elektrischer Ausrüstungen nahm der Materialmangel weiter zu und erreichte 27,7 Prozent.

Im Maschinenbau blieb die Lage mit 15,6 Prozent nahezu unverändert. In der Automobilindustrie erhöhte sich der Anteil der Unternehmen mit Beschaffungsproblemen von 10,0 auf 15,7 Prozent. Eine Entspannung zeigte sich dagegen bei Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren. Dort sank der Anteil der Betriebe mit Materialmangel von 23,7 auf 11,3 Prozent. Hersteller der Getränkeindustrie meldeten weiterhin keine Engpässe.

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