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Ifo: Materialknappheit in der Industrie nimmt wieder zu

Foto: KI-generiert mit ChatGPT

Immer mehr Industrieunternehmen melden Engpässe bei Vorprodukten: Im Mai waren 15,9 Prozent betroffen, nach 13,8 Prozent im April. Laut Ifo-Umfragen bleiben die Lieferketten angespannt, besonders in energie- und ölintensiven Branchen.

Die Materialknappheit in der deutschen Industrie hat sich im Mai erneut verschärft. Nach Angaben des Ifo-Instituts berichteten 15,9 Prozent der Industrieunternehmen von Engpässen bei Vorprodukten. Im April hatte der Anteil noch bei 13,8 Prozent gelegen.

"Die Lieferketten bleiben angespannt", sagt Dr. Klaus Wohlrabe, Stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen und Leiter Befragungen. "Vor allem Branchen mit hohem Bedarf an öl- und energieintensiven Vorprodukten spüren die Folgen der geopolitischen Spannungen."

Besonders stark betroffen ist demnach die Chemische Industrie. Dort meldeten 31,2 Prozent der Unternehmen Materialmangel. Auch bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren bleibt die Lage schwierig: Der Anteil stieg auf 23,7 Prozent. In der Elektroindustrie berichtet rund jedes vierte Unternehmen über Probleme bei der Materialversorgung.

In der Automobilindustrie ist der Anteil mit 10,0 Prozent vergleichsweise niedrig. Wohlrabe ordnet die Entwicklung dennoch kritisch ein: "Verglichen mit dem langfristigen Durchschnitt vor 2020, der industrieweit bei etwa fünf Prozent liegt, sind diese Zahlen beunruhigend hoch."

Zudem warnt er vor möglichen Folgen für die Produktion: "Es ist durchaus möglich, dass mehrere Unternehmen infolge der Engpässe die Produktion senken müssen."

Konsumnahe Branchen bleiben laut Ifo weitgehend verschont. In der Getränkeindustrie wurden keine Engpässe gemeldet. Bei den Nahrungsmittelherstellern lag der Anteil bei 6,9 Prozent.

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