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Sparta bleibt, aber der Neustart braucht Zeit

Foto: Tenways

Tenways hat die Vermögenswerte von Sparta E-Bike übernommen und am 22. Oktober seine Pläne vorgestellt. Die Marke soll bleiben, der Verkauf 2027 wieder starten. SAZbike sprach mit Amir Fazeli, General Manager Europe bei Tenways.

Tenways nennt vier Zusagen für Sparta: Markenerhalt, Wiederaufbau von Händlernetz und Produktversorgung, eine eigenständige Betriebsstruktur und Unterstützung für bestehende Kunden. Gekauft wurden Markenrechte und Produktionsdokumentation, nicht aber Produktionsinfrastruktur, Lagerbestände oder Kundendienstverpflichtungen. Zu Fertigung und Organisation gibt es noch keine Details.
 
„Wir sind nicht hier, um ein Kapitel von Sparta zu schließen“, heißt es von Fazeli in einer Mitteilung zur Übernahme. „Wir sind hier, um das nächste Kapitel zu schreiben.“ Was das für Modelle, Händler und Bestandskunden bedeutet, erklärt er im Interview mit SAZbike.
 
SAZbike: Herr Fazeli, Tenways übernimmt Markenrechte, geistiges Eigentum und Produktionsunterlagen für mehrere Modelle von Sparta. Welche Modelle sind das, und wollen Sie sie weiterbauen oder neu aufsetzen?


Amir Fazeli: Wir werden die Designsprache und die Produktpositionierung von Sparta bewahren und Produktlinien auf den Markt bringen, die eng an die historisch erfolgreichen Modelle der Marke anknüpfen. Gleichzeitig werden wir die Produkte weiterentwickeln, um das Nutzererlebnis, die Qualität und das Design zu verbessern.
 
SAZbike: Wo soll Sparta künftig gefertigt werden, und übernehmen Sie dafür Mitarbeitende oder Know-how aus dem Accell-Umfeld?


Fazeli: Wir planen, Sparta mit einem eigenen lokalen Team und einer eigenen Betriebsstruktur aufzustellen. Die konkrete Organisationsform und der Zeitplan werden derzeit noch ausgearbeitet. Weitere Informationen werden wir bekannt geben, sobald die Struktur konkretere Formen annimmt.

Die Produktionsstruktur wird derzeit noch geplant. Weitere Einzelheiten werden wir zu gegebener Zeit bekannt geben. Klar ist, dass die europäische Markenidentität von Sparta einer der Hauptgründe für die Übernahme war. Die Entscheidungen zur Produktion werden diesem Anspruch Rechnung tragen.
 
SAZbike: Wann stellen Sie die erste Sparta-Modellpalette vor, und ab wann sind Räder im Handel erhältlich?

Fazeli: Wir arbeiten daran, das Sparta-Händlernetz und die Produktversorgung wiederherzustellen. Wir arbeiten zudem daran, den Verkauf von Sparta-Produkten im Jahr 2027 wieder aufzunehmen. Dieser Zeitplan berücksichtigt, dass die übernommenen Vermögenswerte keine Produktionsinfrastruktur umfassten und der Wiederaufbau der Lieferfähigkeit Zeit benötigt. Wir gehen so schnell vor, wie es verantwortungsvoll möglich ist, und werden zu gegebener Zeit über Fortschritte informieren.
 
SAZbike: Tenways verkauft bisher vor allem direkt. Soll Sparta weiter über den Fachhandel laufen, und was bieten Sie Händlern an, die die Marke schon führen?

Fazeli: Die Beziehungen zu den Sparta-Händlern sind Teil des Markenwerts. Wir werden wieder Kontakt zum Händlernetz aufnehmen und deutlich machen, dass die Marke fortbesteht und die Zusammenarbeit weitergeht. Das Tempo wird sich nach dem Wiederaufbau der Produktversorgung richten.
 
SAZbike: Wie grenzen Sie Sparta von Tenways ab, wo doch beide Marken auf Stadt- und Trekkingräder setzen? Soll die Marke als eigenständige Traditionsmarke erhalten bleiben?

Fazeli: Wir glauben an die Marke. Sparta ist seit mehr als einem Jahrhundert Teil der niederländischen Fahrradkultur und verfügt über eine reale Kundenbasis sowie einen hohen Wiedererkennungswert. Wir haben die Marke übernommen, weil wir überzeugt sind, dass sie fortbestehen sollte – nicht, um sie einzustellen oder sie lediglich als umgelabeltes Tenways-Produkt weiterlaufen zu lassen.

Sparta wird weiterhin als traditionelle niederländische Marke für Produkte für den urbanen Alltag und die Freizeit positioniert und ihren charakteristischen Designstil bewahren. Das Vertriebsteam wird mit einem gewissen Maß an Eigenständigkeit arbeiten, um die zentrale Identität und den Geist der Marke tiefgehend zu verstehen und so die Handelspartner und die Endkunden besser bedienen zu können.
 
SAZbike: Wer kümmert sich um Garantie, Ersatzteile und Service für bereits verkaufte Sparta-Räder?

Fazeli: Wir möchten die Situation klar und offen darstellen: Es handelte sich um eine Übernahme von Vermögenswerten, die geistiges Eigentum an der Marke und Produktionsdokumentation umfassten. Die Kundendienstverpflichtungen und Lagerbestände des früheren Sparta-Unternehmens waren nicht Teil der Übernahme. Rechtlich gehen die Gewährleistungsverpflichtungen des früheren Unternehmens nicht automatisch auf Tenways über. Wir verstehen jedoch die Anliegen unserer Kunden und werden sie unterstützen, soweit uns das in angemessenem Rahmen möglich ist. Dies entspricht unserem Engagement gegenüber den Kunden und bedeutet nicht, dass wir die Verantwortung für die entstandene Situation übernehmen.

Im Rahmen unserer Möglichkeiten bedeutet, dass wir, soweit machbar, kostenpflichtige Kundendienstleistungen anbieten werden, um bestehenden Sparta-Besitzern dabei zu helfen, ihre Fahrräder instand zu halten. Der Aufbau einer Ersatzteilversorgung wird Zeit benötigen; wir werden daran arbeiten, diesen Prozess zu beschleunigen. Das ist keine perfekte Lösung, aber das, was wir innerhalb der rechtlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen realistisch leisten können.

Wir werden unser Möglichstes tun, um bestehenden Sparta-Besitzern einen guten Service zu bieten. Die vorhandenen Lagerbestände verbleiben jedoch bei 12Go, das den Fahrradverkauf fortsetzen wird. Derzeit verfügen wir weder über fertige Fahrräder noch über ausreichende Ersatzteile. Auch die bisherigen Ressourcen von Accell stehen nicht zur Verfügung. Wir werden flexible Lösungen entwickeln, um bestehende Nutzer zu unterstützen, und schätzen ihre Treue zur Marke Sparta.
 
SAZbike: Herr Fazeli, vielen Dank für das Gespräch.

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