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Macht- und Terminwechsel bei der Eurobike

Lieber SAZbike Leser,

Hinter der gestern verkündeten Eurobike-Terminierung für 2027 stecken zwei größere Nachrichten als die Frage nach September oder Sommer: Das operative Machtzentrum der Messe wandert von Friedrichshafen nach Frankfurt. Und der ZIV bekommt in der Terminfrage faktisch recht. Wir haben Stimmen aus der Branche zusammengetragen und ordnen ein, was sich hier wirklich verschiebt.

Viele Grüße
Alexander Schmitz
Chefredakteur SAZbike

Alexander Schmitz

Chefredakteur, SAZbike

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Der neue Termin, das neue Machtzentrum

Foto: Eurobike

Die offizielle Lesart der Fairnamic vom Dienstag: Die Eurobike 2027 findet vom 1. bis 3. September statt, mit klarem B2B-Fokus, neuen Hallen 3, 4 und 5 rund um die Agora und Möglichkeiten für Test-Tracks und Demo-Areas. Das finale Konzept soll auf der Eurobike 2026 vorgestellt werden. So weit die Nachricht in der Headline.

Interessanter ist, was im Kleingedruckten steht. Innerhalb ihres Joint Ventures Fairnamic GmbH vollziehen Messe Frankfurt und Messe Friedrichshafen eine organisatorische Änderung: Die Entscheidungs-Hoheit über die Eurobike übernimmt ab sofort die Messe Frankfurt. Friedrichshafen konzentriert sich künftig auf die Luftfahrtmesse Aero. Übersetzt heißt das: Der Standort, der die Eurobike über Jahrzehnte geprägt hat, ist in strategischen Fragen ab sofort raus. Die Hebel sitzen in Frankfurt.

Die ZIV-Reaktion

Burkhard Stork
Foto: Dirk Michael Deckbar | ZIV

Parallel hat sich der ZIV durchgesetzt, ohne dass es jemand so nennen würde. Der Verband hatte den September-Termin monatelang vorgeschlagen, die Eurobike hat ihn jetzt übernommen. ZIV-CEO Burkhard Stork lässt das auf SAZbike-Nachfrage hörbar genüsslich nachhallen: "Selbstverständlich haben wir der Eurobike genau diesen Termin vorgeschlagen. Offensichtlich hat die Eurobike jetzt endlich in all die Vorschläge geguckt, die wir ihnen über ein Jahr immer wieder gemacht haben. Dass bei den von ihnen zusätzlich beauftragten Brancheninterviews nichts anderes rausgekommen ist, als wir vorgeschlagen haben, ist nicht verwunderlich. Wir kennen unsere Branche und unsere Mitglieder vom deutschen Mittelständler bis zum globalen Konzern nun mal sehr gut. Dass die Eurobike sich jetzt in der Terminfrage bewegt, heißt aber nicht, dass sie auch in anderen Fragen und in der Zukunft verlässlich auf die Branche hört. Genau das hat die Eurobike verweigert, genau deswegen schwingt sie jetzt die juristische Keule gegen uns."

Der ZIV arbeitet derweil weiter an der Planung seiner eigenen Leitmesse, die im Herbst 2027 stattfinden soll. Dadurch könnte sie ebenfalls im September und somit in kurzem Abstand zur Eurobike liegen.

Die Fairnamic-Erklärung

Philipp Ferger
Foto: Fairnamic

Fairnamic-CEO Philipp Ferger begründet die Entscheidung anders: "Der neue Termin ist das Ergebnis intensiver Gespräche mit Industrie, Handel, Verbänden und internationalen Stakeholdern. In den rund 50 Brancheninterviews und einer eigens erhobenen Aussteller- und Besucherbefragung hat sich eine klare Präferenz für den September gezeigt. Entscheidend war für uns aber vor allem: Die Eurobike soll künftig genau dann stattfinden, wenn sie für die Branche den größten Business-Mehrwert bietet."

Rückenwind aus der Industrie

Alex Thusbass
Foto: Sofija De Mitri | Patrizio De Mitri | Event Wave

Aus den Reihen der Industrie kommt teilweise Zustimmung für die Verlegung. Alex Thusbass, CEO von Hepha, sagt auf SAZbike-Nachfrage: "Die Verlegung der Eurobike auf Anfang September 2027 ist aus unserer Sicht ein richtiger und wichtiger Schritt. Es ist ein positives Signal, dass die Wünsche und Anforderungen der Industrie ernst genommen werden, denn praktisch alle Umfragen haben den Septembertermin klar favorisiert. Der neue Zeitpunkt bietet uns deutlich bessere Voraussetzungen für die Saisonplanung. Wir sehen darin einen großen Schritt hin zu einer starken Eurobike 2027."

Die Terminkollision

Georg Wagner
Foto: Bike & Co

Der September-Termin hat allerdings eine offene Flanke. Er kollidiert mit dem Bike & Co-Orderfestival in Kassel, das nach der erfolgreichen Premiere 2025 traditionell am ersten Septemberwochenende stattfindet (für 2026: 4. bis 6. September). Bico-Geschäftsführer Georg Wagner reagiert auf SAZbike-Nachfrage angefasst: "Die zeitliche Terminierung sowie die reine B2B-Ausrichtung sehen wir durchaus mit Verwunderung, da hieraus aus unserer Sicht kein zusätzlicher Mehrwert für die Branche entsteht. Gleichzeitig gehen wir unseren Weg selbstbewusst weiter und entwickeln unser Format konsequent mit klarem Fokus auf Qualität, Innovation und Mehrwert für unsere Kunden und Partner weiter."

Robert Peschke
Foto: Yorck Maecke

Lakonisch nimmt Robert Peschke, CEO bei Little John Bikes, das Ganze: "Die Diskussion, wann der richtige Zeitpunkt für eine Branchenmesse ist, ist so alt wie der Kaiserbart. Unterschiedliche Interessengruppen mögen unterschiedliche Termine. Somit steht die Zielgruppe im Mittelpunkt, und ich persönlich fahre zur Eurobike, egal wann sie stattfindet. Aufgrund unserer Größe ordern wir ohnehin deutlich vor dem altbekannten Eurobike-Termin."

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Fazit

Für die Branche bleibt die nüchterne Konsequenz: Eurobike, Bike & Co-Orderfestival und ZIV-Messe-Premiere drängen sich im September 2027 in ein enges Zeitfenster. Wer in der Branche arbeitet, dürfte den Urlaubsantrag besser in einen anderen Monat verschieben.

Und es bleibt die größere Frage, was sich hier eigentlich verschoben hat. Auf dem Papier: ein Messetermin. In der Praxis: das Machtgefüge zwischen den beiden Fairnamic-Gesellschaftern und die Balance zwischen Messe und Verband. Beide Veränderungen werden die Eurobike in den kommenden Jahren stärker prägen als die Frage, ob die Tore am 1. September oder am 24. Juni öffnen.

Was denkst Du über den neuen Termin für 2027 und die weiteren Veränderungen rund um die Eurobike? Diskutiert mit uns im Kommentarbereich auf LinkedIn im SAZbike-Profil!

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