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Zweiradmechatronik: Technischer Wandel erhöht Anforderungen an Ausbildung

Foto: KI-generiert mit ChatGPT

Mit dem wachsenden Anteil von E-Bikes steigen auch die technischen Anforderungen an Werkstätten und Fachkräfte. Sachverständiger Ernst Brust fordert deshalb ein stärkeres Engagement der Fahrradbranche in der Ausbildung von Zweiradmechatronikern.

Der Beruf des Zweiradmechatronikers in der Fachrichtung Fahrradtechnik umfasst heute deutlich mehr als klassische Wartungs- und Reparaturarbeiten. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit arbeiten die Fachkräfte an Mountainbikes, Renn-, City- und Tourenrädern mit und ohne Elektroantrieb. Sie montieren und rüsten Fahrräder um, bearbeiten Bauteile und beraten Kundinnen und Kunden. Mit der zunehmenden Elektrifizierung kommen Aufgaben rund um Diagnose, Software, Akkutechnik, Motorsteuerung und digitale Fehlersuche hinzu.

Die Marktentwicklung unterstreicht die Bedeutung qualifizierter Werkstattarbeit. Nach Angaben des Branchenverbands ZIV entfielen 2025 rund 52,7 Prozent der in Deutschland verkauften 3,8 Millionen Fahrräder auf E-Bikes. Mehr als 17 Millionen E-Bikes waren demnach im Bestand. Zugleich stieg der Werkstattumsatz im Fahrradfachhandel gegenüber dem Vorjahr um 13,5 Prozent.

Ernst Brust, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Mikromobilität, sieht vor diesem Hintergrund Handlungsbedarf bei der Ausbildung. Viele Unternehmen beklagten einen Mangel an qualifizierten Zweiradmechatronikerinnen und -mechatronikern, während nach seiner Einschätzung zu wenige Betriebe selbst Nachwuchskräfte ausbildeten. Das Abwerben bereits ausgebildeter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter löse das Problem nicht, sondern verlagere es lediglich.

Brust sieht dabei neben Herstellern und Fachhändlern auch Leasing-Gesellschaften, Flottenbetreiber und Serviceunternehmen in der Verantwortung. Sie könnten sich mit eigenen Ausbildungsplätzen, Kooperationen mit Berufsschulen oder gemeinsamen Ausbildungsprojekten beteiligen. Ausbildung sei aus seiner Sicht nicht nur eine Investition in Fachkräfte, sondern auch in Servicequalität und Produktsicherheit.

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