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ZIV und Koelnmesse: Neue Weltleitmesse „Towards Tomorrow" kommt 2027 nach Köln

Foto: ZIV

ZIV und Koelnmesse bringen 2027 mit der „Towards Tomorrow – European Bike Show“ eine neue internationale B2B-Leitmesse der Fahrradbranche nach Köln. Die Premiere vom 6. bis 8. September trifft auf einen eng getakteten Messekalender mit Eurobike und Bike-&-Co-Orderfestival.

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Der ZIV – Die Fahrradindustrie und die Koelnmesse haben soeben die neue „Towards Tomorrow – European Bike Show" vorgestellt. Premiere feiert das B2B-Format vom 6. bis 8. September 2027 in Köln, anschließend soll es jährlich stattfinden. Veranstalter ist die Koelnmesse, der ZIV fungiert als Branchenpartner und Markeninhaber. Der Anspruch: eine Weltleitmesse mit europäischem Fundament, entwickelt „von der Branche für die Branche". Zahlreiche Key Player hätten ihre Teilnahme bereits bekräftigt, darunter alle großen Handelsverbände. Geplant ist die Messe nach aktuellem Stand für die Hallen 1, 4 und 5, mit Erweiterungsoption auf die Hallen 2 und 3.

ZIV-Geschäftsführer Burkhard Stork gibt die Richtung vor und verspricht "community spirit": "Die Towards Tomorrow bildet vom deutschen Handel über europäische und internationale Player genau das Netzwerk ab, das die globale Fahrradwirtschaft heute ist." Sein Fazit fällt kämpferisch aus: "Eine Messe, die nicht mitläuft, sondern vorausfährt." Bernhard Lange, ZIV-Präsidiumsmitglied und CEO der Paul Lange GmbH & Co. KG, verweist auf einen breiten Rückhalt: Aus Industrie, Handel und Dienstleistung sei nahezu einhellig der Wunsch nach einer globalen Leitmesse im wichtigsten Fahrradmarkt Deutschland geäußert worden.

Drei Messen in einer Woche

Spannend wird die Sache mit Blick auf den Kalender. Denn 2027 rückt im September einiges zusammen. Die Eurobike in Frankfurt findet nach ihrem angekündigten Terminwechsel vom 1. bis 3. September statt. Das Orderfestival von Bike & Co soll voraussichtlich vom 3. bis 5. September in Kassel folgen. Ab dem 6. September übernimmt dann Köln. Drei große Termine, drei Standorte, eine einzige Woche: Für Händlerinnen und Händler wie für die Industrie heißt das im kommenden Jahr Reise- und Personalplanung im Akkord. Von der erhofften Konsolidierung des Messewesens ist die Branche damit zunächst weiter entfernt als gedacht. Statt eines Termins stehen gleich drei im Raum, auch wenn die neue Kölner Messe ausdrücklich als gemeinsame Plattform der gesamten Wertschöpfungskette antritt.

Bike & Co-Orderfestival bleibt erhalten

Genau hier wird die Haltung von Bike & Co interessant, deren Orderfestival zeitlich mit der neuen Messe konkurriert. Der Verbund stellt sich nicht gegen das Branchenformat, hält aber an seinem eigenen Termin fest.

Georg Wagner, Geschäftsführer der Bico Zweirad Marketing GmbH (Bike & Co), ordnet die Zusammenarbeit der Einkaufsverbände und die Abstimmung mit dem ZIV als Chance ein: "Deshalb werden wir gemeinsam eine pragmatische Lösung für 2027 entwickeln, die es sowohl Besuchern, Ausstellern als auch uns als Bico ermöglicht, organisatorisch und zeitlich an beiden Messeformaten teilzunehmen."

Über 2027 hinaus bleibe das Orderfestival ab 2028 "der zentrale Treffpunkt sowie Dreh- und Angelpunkt" für die angeschlossenen Händler und Lieferanten. Der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Hübner ergänzt: "Wir sind überzeugt, dass die Branche von einer starken gemeinsamen Messe profitiert. Gleichzeitig bleibt ein eigenständiger Bike-&-Co-Termin ein wichtiger Baustein." Beide Beteiligungen wolle man in Einklang bringen. Im Klartext: Bike & Co trägt die neue Messe mit, gibt sein Orderfestival aber nicht auf.

Foto: Koelnmesse

Zuspruch aus Handel und Industrie

Aus dem übrigen Handel kommt ebenfalls Zuspruch. VSF-Geschäftsführer Uwe Wöll begrüßt den Neuanfang: Nur im Zusammenspiel der Verbände lasse sich die Aufmerksamkeit erzielen, die dem Fahrrad als Wirtschaftsfaktor und Teil der neuen Mobilität gebühre. "Eine Weltleitmesse hier in Deutschland ist hierfür zentral. Wir sind dabei."

Auch die ZEG, die in rund vier Wochen ihre eigene ZEG Bike Show in Köln ausrichtet, zeigt sich offen. Vorstand Fred Schierenbeck blickt nach eigenen Worten "mit großer Freude und Zuversicht" auf die neue Leitmesse und kündigt an, dass die ZEG vertreten sein werde: "Eine starke, gemeinsame B2B-Plattform kann zu einem echten Impulsgeber für die gesamte Branche werden." Für die Industrie meldet sich Britta Sieper, Geschäftsführerin von Puky, zu Wort: Für das Unternehmen sei die Internationalität von Kunden und Lieferanten zentral, und die neue Messe vereine die europäischen und globalen Entscheider an einem Ort.

Standort Köln mit politischer Rückendeckung

Den Standort verteidigt Koelnmesse-Geschäftsführer Oliver Frese: Köln biete als Stadt im Herzen Europas eine exzellente internationale Anbindung und hohe mediale Sichtbarkeit, dazu die passende Infrastruktur für ein internationales B2B-Format. Rückendeckung kommt aus der Politik. Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester sieht die Stadt auf dem Weg zu einem "Knotenpunkt der Fahrradbranche" mit einer Sichtbarkeit, die weit über Deutschland hinausreiche. Spitzen der Bundes- und Landespolitik sowie der Stadt Köln haben ihre Unterstützung bereits zugesagt, ein Statement von NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur ist angekündigt.

Neue Dachmarke Towards Tomorrow

Hinter Towards Tomorrow steht eine neue Dachmarke der ZR GmbH, der Servicegesellschaft des ZIV. Unter dem Label startet noch in diesem Jahr ein zweites Format: Am 5. November geht in Berlin die "Towards Tomorrow – Cycling Industry Convention 2027" (vormals Vivavelo) an den Start, getragen von VSF, ZIV und Zukunft Fahrrad. Wer sich selbst ein Bild von der neuen Leitmesse machen will: Den offiziellen Kick-off plant das gemeinsame Projektteam für den 9. September 2026 in Köln.

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