
ZIV-Marktdaten: Fahrradwirtschaft bleibt 2025 stabil

Der ZIV bewertet das Geschäftsjahr 2025 als Stabilisierung auf gutem Niveau. Produktion und Exporte blieben robust, Absatz und Umsatz gingen moderat zurück. Für 2026 sei man vorsichtig optimistisch.
Die kompletten Ergebnisse der ZIV-Markdaten findet ihr in der heutigen SAZbike Top-News!

Rose Bikes steigert Umsatz und verbessert Profitabilität

Der Fahrradhersteller Rose Bikes hat das Geschäftsjahr 2024/25 mit einem Umsatz von 215 Millionen Euro abgeschlossen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von zwei Prozent. Zugleich konnte das Familienunternehmen seine Profitabilität deutlich verbessern. Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert das Familienunternehmen einen moderaten Umsatzanstieg auf rund 230 Millionen Euro.
Der Umsatz im Bike-Segment bei Rose stieg im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023/24 um sieben Prozent und entwickelte sich damit erneut überproportional zum Gesamtumsatz. Der Bike-Anteil bleibt weiterhin prägend für das Gesamtgeschäft. Insbesondere in den Bereichen Gravel und Rennrad verzeichnete das Unternehmen eine hohe Nachfrage.
Laut Unternehmen tragen technologische Weiterentwicklungen, modulare Plattformen und kurze Entwicklungszyklen zur Wettbewerbsfähigkeit in diesen Segmenten bei. Parallel investiert Rose in den Ausbau seiner Markenpräsenz. Dazu gehört unter anderem die Community-Plattform Rose Circle, über die Kundinnen und Kunden stärker eingebunden werden sollen. Zudem engagiert sich das Unternehmen im Profiradsport mit dem Team Unibet Rose Rockets.
Operativ setzt das Unternehmen auf Effizienzmaßnahmen. Eine modernisierte IT-Infrastruktur, ein neues ERP-System sowie stärker integrierte Logistikprozesse sollen die Steuerung entlang der Wertschöpfungskette verbessern. Erste KI-gestützte Anwendungen unterstützen laut Unternehmen Planung und Prozessoptimierung. Gleichzeitig arbeitet Rose an einer Reduzierung der Lagerbestände. Eine geringere Kapitalbindung soll Preisdruck im Abverkauf reduzieren und eine stabilere Preisstrategie ermöglichen.

Ifo Institut: Nahost-Krieg wird Wachstum bremsen

Das Ifo Institut hat seine Wachstumsprognose angesichts des Nahostkriegs nach unten korrigiert. Ein kurzfristiger Energiepreisanstieg würde das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr gegenüber Vorkriegs-Schätzungen um rund 0,2 Prozentpunkte verlangsamen, so dass das Institut mit einem Wachstum von 0,8 Prozent in diesem und 1,2 Prozent im nächsten Jahr rechnet. Auch ein Anstieg der Inflationsrate auf knapp 2,5 Prozent wird von den Ifo-Experten erwartet.
Nach Einschätzung des Instituts hatte die deutsche Wirtschaft Ende 2025 eine konjunkturelle Erholung begonnen. Darauf deuteten ein Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts, eine höhere Kapazitätsauslastung sowie eine verbesserte Auftragslage in Baugewerbe und Industrie hin. Es wird erwartet, dass sich diese Entwicklung trotz höherer Energiepreise fortsetzt. Hintergrund seien steigende staatliche Ausgaben, insbesondere für Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung.
Die aktuelle Erholung unterscheidet sich jedoch von früheren Aufschwüngen. Anders als üblich wird sie nicht vom Export getragen. Die Warenausfuhren gingen zuletzt weiter zurück, obwohl sich die Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten verbessert hat. Impulse kommen stattdessen vor allem aus dem Inland, etwa durch höhere staatliche Investitionen und öffentliche Konsumausgaben.
Am Arbeitsmarkt dürfte sich die konjunkturelle Belebung erst zeitverzögert zeigen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird laut Ifo Institut in diesem Jahr noch einmal sinken und erst 2027 wieder steigen. Wann sich die Lage am Arbeitsmarkt spürbar verbessert, hängt laut Experten auch von der Dauer des Konflikts im Nahen Osten und den damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten ab.

Brompton-Pionier mit 85 Jahren gestorben

Der deutsche Fahrradhändler Hans-Heinrich Voß ist am vergangenen Montag im Alter von 85 Jahren gestorben. Voß gehörte zu jener Generation von Branchenakteuren, die den technischen und kulturellen Wandel des Fahrrads seit den späten 1970er Jahren maßgeblich begleiteten. Besonders eng verbunden ist sein Name mit dem britischen Faltradhersteller Brompton Bicycle, dessen Räder er über Jahrzehnte in Deutschland etablierte.
Mit seiner Firma Voss-Spezial-Rad baute der Norddeutsche ein Sortiment ungewöhnlicher Fahrradkonzepte auf. Neben Brompton vertrieb das Unternehmen unter anderem Liege- und Spezialräder sowie Falträder anderer Hersteller. Sein Sohn Henning Voß stieg Mitte der 1990er Jahre in die Firma ein und führt das Unternehmen seit 1997 allein. Bis 2020 fungierte Voss-Spezial-Rad als Generalimporteur für Brompton in Deutschland.
Gunnar Fehlau vom Pressedienst-Fahrrad erinnert sich an erste Begegnungen mit Voß Ende der 1980er Jahre auf der IFMA in Köln. Voß sei "das gewesen, was man getrost als Original bezeichnen darf". Fehlau beschreibt ihn als jemanden mit klaren Prinzipien und deutlichen Urteilen: "Er hatte Charakter, konnte hart im Urteil und Umgang sein. Und er hatte Prinzipien und Grundsätze, zu denen er stand."
Trotz unterschiedlicher Perspektiven habe Voß jungen Journalisten Vertrauen entgegengebracht. Sein Engagement habe nicht nur die Verbreitung von Falträdern vorangetrieben, sondern auch persönliche und berufliche Wege beeinflusst. "Danke dafür! Danke für deine inhaltliche Härte! Und danke für dein Vertrauen! Ride in Peace!"