
Das Watt-Wettrüsten - und was es für den Handel bedeutet

Im November 2025 hat SAZbike die EPAC-Regulierungsdebatte aufgearbeitet - damals noch als politische Diskussion. Fünf Monate später ist aus der Debatte ein Fakt geworden: Am 9. April stellte Avinox den neuen M2S-Motor vor: 1.500 Watt Spitzenleistung, 150 Newtonmeter, bis zu 800 Prozent Unterstützung. Nicht als Konzeptstudie, sondern verbaut in konkreten Serienmodellen von 60 Herstellern.
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Eurobike 2026: Shimano-Kehrtwende und Canyon-Debüt

Foto: Eurobike
Die Eurobike 2026 sendet trotz schwieriger Branchenkonjunktur ein Stabilitätssignal und meldet prominente Teilnehmer sowie namhafte Neuzugänge. Besonders die Personalie Shimano sorgt für Aufsehen: Nachdem der Komponentenriese seinen Abschied bereits verkündet hatte, revidiert das Unternehmen nun diese Entscheidung und wird 2026 mit einem Testbereich im Freigelände präsent sein.
Flankiert wird dieser Erfolg durch die Messe-Premiere von Canyon Bicycles, womit der Koblenzer Versender erstmals offiziell Flagge in Frankfurt zeigt.
Messe-Chef Philipp Ferger betonte in einem Pressegespräch, dass die kommende Ausgabe eine "Messe der Transformation" darstelle, die auf drei Hallenebenen verdichtet wird. Das Jahr 2026 dient dabei als kommunikativer Startpunkt für ein radikal neues Konzept ab 2027.

Decathlon Deutschland beschleunigt Expansion und baut Servicegeschäft aus

Decathlon Deutschland hat im Geschäftsjahr 2025 seinen Bruttowarenumsatz (GMV) um 8,8 Prozent auf 1,273 Milliarden Euro gesteigert und damit das Wachstum gegenüber dem Vorjahr deutlich beschleunigt. Zugleich investierte das Unternehmen 67 Millionen Euro, vor allem in neue Standorte, die Modernisierung bestehender Filialen und den Ausbau seiner Omnichannel-Strukturen. Das operative Ergebnis (EBIT) lag bei 28,1 Millionen Euro.
Ein Schwerpunkt lag auf der Expansion des Filialnetzes. Mit 18 Neueröffnungen wuchs Decathlon bis Ende 2025 auf 105 Standorte; bis Ende 2027 sollen es 150 sein. Für 2026 sind rund 25 weitere Eröffnungen geplant. Luca Guanella, CFO von Decathlon Deutschland, begründet den Kurs so: "Diese Investitionsstrategie ermöglicht es uns, unsere finanzielle Stabilität gezielt für antizyklisches Wachstum zu nutzen." Allein 58 Millionen Euro flossen 2025 in die Standortentwicklung.
Wachstumstreiber waren vor allem Mobility und Running. Im Radsport legte Decathlon um rund 13 Prozent zu, gestützt auf die Nachfrage nach E-Bikes und Kooperationen mit Bikeleasing-Anbietern. Das Running-Segment wuchs um 23 Prozent. Auch das Servicegeschäft gewann an Bedeutung: Die Werkstätten verzeichneten mehr als 152.000 Reparaturen, ein Plus von 20 Prozent. Hinzu kamen 14.000 zurückgekaufte Produkte über das Buy-Back-Programm.
Im Digitalgeschäft lag der E-Commerce-Anteil bei 26 Prozent, der Marktplatz kam auf ein GMV von 102 Millionen Euro. CEO Arnaud Sauret, CEO von Decathlon Deutschland, sieht darin einen grundsätzlichen Wandel des Handelsmodells: "Wir begreifen den Sporthandel nicht mehr als isolierte Verkaufsfläche, sondern als physischen Anknüpfungspunkt in einem vernetzten Ökosystem."

Rewe Group setzt beim Dienstrad künftig auf Deutsche Dienstrad

Foto: Deutsche Dienstrad, Instagram
Die Rewe Group richtet ihr Dienstrad-Programm neu aus und kooperiert künftig mit Deutsche Dienstrad. Ziel der Partnerschaft ist es, Prozesse zu automatisieren und den administrativen Aufwand für den Handels- und Touristikkonzern deutlich zu reduzieren.
Christina Puello, Geschäftsführerin von Deutsche Dienstrad, sagt: "Dienstrad-Leasing muss konsequent digital, effizient und an den individuellen Bedürfnissen des Arbeitgebers ausgerichtet sein." Maximilian Diem, ebenfalls Geschäftsführer, bewertet die Kooperation als "starkes Signal für die gesamte Branche".
Auch Rewe sieht Vorteile: "Innerhalb weniger Monate konnten wir den gesamten Prozess fast vollständig automatisieren", erklärt Dr. Philip Merten, Personaldirektor für den Handel in Deutschland bei Rewe. Mitarbeitende sollen zudem von verbesserten Konditionen profitieren.

Rapha beruft Scott Mellin in den Verwaltungsrat

Foto: Linkedin
Rapha holt mit Scott Mellin einen erfahrenen Markenstrategen in den Verwaltungsrat. Der frühere Chief Brand Officer von Salomon soll die Weiterentwicklung der Marke in einer Phase des Wachstums begleiten.
Mellin bringt rund 30 Jahre Erfahrung in Markenaufbau, Produktinnovation und Marketing mit, unter anderem bei The North Face und Salomon. Seine Berufung erfolgt vor dem Hintergrund der strategischen Expansion: Rapha stärkt seine internationale Community sowie den Rapha Cycling Club und baut sein Engagement im Leistungssport aus.
Seit dem Einstieg von CEO Fran Millar im September 2024 hat das Unternehmen mehrere Initiativen gestartet, darunter eine Partnerschaft mit USA Cycling für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
Bei Salomon verantwortete Mellin die Transformation der Marke und trug laut Unternehmen zu einem Umsatzplus von rund einer Milliarde US-Dollar bei. Zuvor leitete er bei The North Face den Bereich Mountain Sports.
Fran Millar, CEO von Rapha, erklärte: "Scott hat eine nachgewiesene Erfolgsbilanz darin, Marken kulturell relevant weiterzuentwickeln und gleichzeitig ihre Authentizität zu stärken." Mellin bezeichnet Rapha als "in einer Phase der Transformation" und will als "Katalysator für Veränderungen" wirken.