Accell sichert Finanzierung und reduziert Schulden deutlich

Die Accell Group erhält zusätzliche Mittel und senkt ihre Gesamtverschuldung im Rahmen einer Vereinbarung mit zentralen Geldgebern. Die Maßnahme soll die finanzielle Basis stärken und die laufende Transformation absichern. Nach Unternehmens-angaben wird die Verschuldung "erheblich" reduziert; Details zur Höhe wurden nicht genannt.
Ein Großteil der Kreditgeber stimmte einer Transaktion zu, die die Kapitalstruktur neu ordnet. Zudem soll frisches Kapital bereitgestellt werden. CEO Jonas Nilsson erklärte: "Mit dieser Finanzierung und der Schuldenreduzierung gehen wir einen wichtigen Schritt in unserer Transformation." Bereits Anfang 2025 hatte Accell seine Schuldenlast von rund 1,4 Milliarden Euro um 600 Millionen Euro reduziert.
Eigentümerstruktur verändert sich
Im Zuge der Einigung zieht sich der bisherige Mehrheitseigner KKR zurück. Die Kontrolle geht auf eine neue Struktur über, die vor allem vorrangige Kreditgeber - institutionelle Investoren und Banken - repräsentiert. Berichten zufolge stellt KKR zum Abschied zusätzliches Eigenkapital bereit. Details zur neuen Beteiligungsstruktur und möglichen Abschreibungen bleiben offen.
Historie: Boom, Überhänge und Restrukturierung
KKR hatte Accell 2022 gemeinsam mit Teslin von der Börse genommen - in der Erwartung anhaltend hoher Nachfrage. Kurz darauf geriet die Branche in einen deutlichen Abschwung. Überbestände, Rabatte und sinkende Verkäufe belasteten die Erträge. Accell schrieb Verluste und musste Standorte schließen, unter anderem in den Niederlanden, Deutschland und Großbritannien; Teile der Produktion wurden nach Ungarn verlagert. Auch Markenverkäufe folgten.
Reaktion auf das Marktumfeld
Accell sieht sich mit der neuen Vereinbarung finanziell stabiler aufgestellt. Das Management verweist auf sich allmählich verbessernde Marktbedingungen und strebt eine nachhaltige Cashflow-Generierung an. Ob weitere Portfoliobereinigungen folgen, bleibt offen.