
SAZbike 1/2026: Der Handel blickt nach vorn

Die neue SAZbike 1/2026 präsentiert die Ergebnisse der großen Händlerumfrage. Was der Fachhandel 2026 erwartet, wo Chancen liegen und welche Rolle Leasing und Service spielen, zeigt das Titelthema.
Mit der ersten Ausgabe 2026 startet SAZbike ins neue Jahr mit einem klaren Blick auf die Realität des Marktes. Die große Händlerumfrage zeigt, worauf sich der Fachhandel einstellt: weniger Euphorie, mehr Pragmatismus.
"Wir erleben kein Ende des Marktes, sondern eine Rückkehr zur Normalität", sagt Robert Peschke, Geschäftsführer von Little John Bikes im Interview. Viele Händlerinnen und Händler rechnen mit verhaltenem Umsatz, sehen aber Chancen in Werkstatt, Leasing und Beratung.
Ein Schwerpunkt der Ausgabe liegt auf dem Leasing-Geschäft. Die Redaktion beleuchtet, wie sich nach den Diskussionen um Überführungsgebühren und geänderte Konditionen die Zusammenarbeit zwischen Handel, Leasing-Anbietern und Verbänden verändert. VDZ und VSF vertreten dabei unterschiedliche Ansätze - doch beide erkennen: Ohne faire Strukturen bleibt der Druck im Markt hoch.
Zwei Expertenbeiträge greifen die strategischen Fragen des Jahres auf.
Ralf Deckers (IFH Köln) beschreibt, wie sich der Fahrradverkauf neu ausrichtet - zwischen Plattformen, Fachhandel und datengetriebenem Service.
Nachfolge-Expertin Susanne Klier zeigt, warum erfolgreiche Betriebsübergaben langfristige Planung erfordern und welche Fehler Familienbetriebe vermeiden sollten.

Fatbike-Verbot: Amsterdam will E-Bikes aus Parks verbannen

Amsterdam plant ein Verbot sogenannter Fatbikes in städtischen Parks. Die breitreifigen, elektrisch unterstützten Fahrräder sind in den Niederlanden populär, stehen aber zunehmend wegen Sicherheitsproblemen in der Kritik. Besonders betroffen seien Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren, wie die niederländische Sicherheitsorganisation Veiligheid NL berichtet. Jährlich würden rund 5.000 Fatbike-Fahrende nach Unfällen in Notaufnahmen behandelt.
Melanie van der Horst, Verkehrsdezernentin von Amsterdam, kündigte "unorthodoxe Maßnahmen" an. Zunächst soll das Verbot im Vondelpark greifen, später könnten weitere Stadtgebiete folgen. Auch Enschede prüft Einschränkungen im Stadtzentrum.
Laut der Radlobby Fietsersbond schrecken die getunten E-Bikes ältere Menschen und Eltern zunehmend ab, selbst zu radeln oder ihre Kinder zur Schule fahren zu lassen. Ursache sei weniger das Modell selbst als die einfache Möglichkeit, die Motorunterstützung zu manipulieren und so Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h zu erreichen.
Fachleute fordern nun mehr Kontrolle und technische Begrenzungen. Ab 2027 gilt in den Niederlanden eine Helmpflicht für Kinder auf E-Bikes. Medizinerinnen und Mediziner sehen darin einen ersten Schritt, fordern aber weitergehende Regelungen, um Unfälle und schwere Kopfverletzungen zu vermeiden.

Kinder gestalten Marke mit: Woom gründet Kids Advisory Board

Der österreichische Kinderfahrradhersteller Woom startet ein ungewöhnliches Projekt: Mit dem neu geschaffenen Kids Advisory Board sollen Kinder künftig direkt Einfluss auf Markenentscheidungen nehmen. Ziel ist es, die Perspektive junger Radfahrerinnen und Radfahrer stärker in die Produktentwicklung und Markenkommunikation einzubeziehen.
Die Mitglieder des Gremiums kommen aus unterschiedlichen Altersgruppen und Hintergründen. Sie sollen Ideen bewerten, Geschichten mit entwickeln und Feedback zu Produktkonzepten geben - ehrlich, ungefiltert und aus Kindersicht. Neben Workshops und Interviews sind auch Gesprächsrunden mit der Unternehmensführung geplant.
Woom sieht das Projekt als nächsten Schritt seiner Philosophie, Fahrräder "mit Kindern für Kinder" zu gestalten. Kinder ab fünf Jahren, die in Wien wohnen oder regelmäßig dorthin reisen können, können sich bis zum 4. Februar 2026 bewerben.
Bike&Co und Dreirad.de bringen Dreiräder in den Fachhandel

Nicht für alle Menschen, die Fahrrad fahren möchten, ist ein klassisches Zweirad die richtige Lösung. Alter, Krankheit, Unfall oder körperliche Einschränkungen können dazu führen, dass Balance und Sicherheit fehlen - und damit auch die Möglichkeit, selbstbestimmt mobil zu bleiben. Dreiräder bieten hier Stabilität und neue Freiheit.
Damit diese Mobilitätsform künftig mehr Menschen erreicht, haben Bike&Co und Dreirad.de eine Kooperation geschlossen. Ziel ist es, Dreiräder und Spezialräder bundesweit sichtbar, erlebbar und zugänglich zu machen - und zwar im stationären Fachhandel.
Bike&Co vernetzt als Einkaufsgemeinschaft Hunderte inhabergeführte Händlerinnen und Händler in Deutschland. Die Kooperation schafft für sie Zugang zu einem stark wachsenden Segment, das im klassischen Fahrradhandel bislang nur punktuell vertreten ist.
"Wir sind seit über 15 Jahren auf genau dieses Segment spezialisiert", sagt Thomas Uhe, Gründer von Dreirad.de. "Mit unserem Partner- und Shop-in-Shop-Programm machen wir unser Know-how und Sortiment bereits zahlreichen Händlern zugänglich."
Für Fachhändlerinnen und Fachhändler bedeutet die Partnerschaft die Möglichkeit, ihr Angebot zu erweitern, neue Zielgruppen zu erreichen und sich in einem spezialisierten Marktumfeld zu positionieren. Unterstützt werden sie durch Schulungen, Beratung und Marketingmaterial.
"Der Bedarf an Dreirädern und Spezialrädern wächst stetig", so Uhe weiter. "Mit Bike&Co haben wir einen starken Partner an unserer Seite. Gemeinsam möchten wir dafür sorgen, dass noch mehr Menschen in ganz Deutschland selbstbestimmt mobil bleiben.".