Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung:
Simplon-Produktion erneut insolvent

Die 2Rad Produktions GmbH, die am Standort Hard Fahrräder der Marke Simplon produziert, ist erneut insolvent. Rund 33,4 Millionen Euro Verbindlichkeiten stehen im Raum. Das Unternehmen strebt eine Fortführung und einen neuen Sanierungsplan an.
Knapp zwei Jahre nach dem ersten Insolvenzverfahren ist die 2Rad Produktions GmbH erneut zahlungsunfähig. Das Unternehmen mit Sitz in Hard in Vorarlberg hat beim Landesgericht Feldkirch ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Die Gesellschaft ging aus der früheren Simplon Fahrrad GmbH hervor und verantwortet innerhalb der Simplon-Gruppe im Wesentlichen die Produktion und Montage von Fahrrädern. Alleingesellschafterin ist die Simplon Bike GmbH.
Nach Angaben der österreichischen Gläubigerschutzverbände KSV1870 und AKV sind rund 150 Gläubiger sowie 54 Beschäftigte von dem Verfahren betroffen. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf etwa 33,4 Millionen Euro. Davon entfallen rund 28,3 Millionen Euro auf Forderungen aus dem vorherigen Sanierungsverfahren, die nun wieder aufleben. Rund 26 Millionen Euro davon entfallen auf eine Hauptgläubigerin.
Bereits im September 2024 war die damalige Simplon Fahrrad GmbH insolvent geworden. Ende desselben Jahres wurde ein Sanierungsplan angenommen. Der österreichische Finanzinvestor SOL Capital stieg ein, anschließend wurde das Unternehmen neu strukturiert. Der Produktionsbetrieb firmiert heute als 2Rad Produktions GmbH.
Fehlteile belasten Lieferfähigkeit
Als Ursache für die erneuten finanziellen Schwierigkeiten nennt das Unternehmen unter anderem Probleme nach der Übernahme von Warenbeständen aus dem ersten Verfahren. Diese seien unzureichend beziehungsweise nicht vollständig gewesen. Fehlende Teile hätten die Fertigstellung und Auslieferung von Fahrrädern verzögert. In der Folge seien Liefertermine nicht eingehalten worden und Folgeaufträge teilweise ausgeblieben.
Der AKV verweist zudem auf Verzögerungen und Leistungsprobleme bei einem wichtigen Outsourcing-Partner sowie das weiterhin schwierige Marktumfeld in der europäischen Fahrradbranche. Die daraus entstandenen Produktions- und Umsatzausfälle hätten die Liquidität zusätzlich belastet.
Eine Fortführung des Unternehmens ist vorgesehen. Die 2Rad Produktions GmbH will den Gläubigern einen neuen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent anbieten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Darüber hinaus sind weitere Restrukturierungsmaßnahmen und die Suche nach einem Investor angekündigt.