Radlogistikverband fordert stärkere Einbindung des Wirtschaftsverkehrs

Die Zwischenevaluation des Nationalen Radverkehrsplans 3.0 sieht Fortschritte bei der Radverkehrsförderung, zugleich aber deutlichen Handlungsbedarf. Aus Sicht des Radlogistikverbands Deutschland e.V. (RLVD) bleibt der Wirtschaftsverkehr ein bislang zu wenig genutzter Hebel.
Der vom Bundesministerium für Verkehr veröffentlichte Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschland weiterhin deutlich vom Ziel entfernt ist, die Verkehrsleistung des Radverkehrs bis 2030 zu verdoppeln. Zwar seien Fördermittel, Personal und Infrastruktur ausgebaut worden, die Wirkung auf die tatsächliche Verkehrsleistung bleibe jedoch begrenzt. Seit 2017 sei der Radverkehr nur moderat gewachsen.
Für Ernst Brust, Vorstandsvorsitzender des RLVD, bestätigt die Evaluation damit die Bedeutung gewerblicher Radnutzung. "Die Evaluation zeigt, dass mehr Fördermittel, mehr Personal und mehr Infrastruktur allein nicht ausreichen, um die angestrebten Verlagerungseffekte zu erreichen", erklärt Brust. Der Wirtschaftsverkehr biete zusätzliches Potenzial für Radverkehrsleistung und könne zur Entlastung urbaner Räume beitragen.
Der Bericht verweist zugleich auf ein Wachstum der Radlogistikbranche und steigende Umsätze bei gewerblich genutzten Lastenrädern. Daten aus den Branchenreports des RLVD sind in die Evaluation eingeflossen. Als Hemmnisse nennt der Verband fehlende Mikrodepots, knappe Logistikflächen sowie eine unzureichende Einbindung in kommunale Verkehrs- und Logistikkonzepte.
Der RLVD fordert deshalb eine stärkere Berücksichtigung des Wirtschaftsverkehrs in der kommunalen Planung, mehr Mikrodepots und faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber konventionellem Lieferverkehr. Bis zur Abschlussevaluation 2030 sieht der Verband die Chance, Radlogistik stärker als Bestandteil der Verkehrswende zu verankern.