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Niederösterreichs Fahrradhandel liegt deutlich über dem Bundesschnitt

Foto: KI-generiert mit ChatGPT

Rund jeder vierte österreichische Fahrradhandelsstandort befindet sich in Niederösterreich. Auch beim Umsatz und in der aktuellen Geschäftsentwicklung hat das Bundesland Gewicht: 78 Prozent der befragten Händler melden für 2026 bislang bessere Geschäfte als im Vorjahr.

Niederösterreich nimmt im österreichischen Fahrradhandel eine besondere Stellung ein. Rund 200 Fahrradgeschäfte sind in dem Bundesland angesiedelt. Damit befindet sich knapp jeder vierte der insgesamt 826 österreichischen Fahrradhandelsstandorte in Niederösterreich. Das geht aus einem Bericht der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) hervor.

Auch gemessen am Umsatz zählt das Bundesland zu den wichtigsten Fahrradregionen des Landes. Nach einer aktuellen Hochrechnung erwirtschaftete der niederösterreichische Fahrradhandel 2025 rund 220 Millionen Euro. Das entspricht etwa einem Fünftel des österreichischen Gesamtmarktes, dessen Volumen für das vergangene Jahr mit 1,097 Milliarden Euro angegeben wird.

"Niederösterreich ist nicht nur das flächenmäßig größte Bundesland – es ist auch das Fahrrad-Bundesland Österreichs. Jeder vierte Fahrradhandels-Standort in Österreich steht hier, und rund ein Fünftel des gesamten österreichischen Fahrradumsatzes wird in Niederösterreich erwirtschaftet", sagt Michael Nendwich, Obmann des Landesgremiums des Handels mit Mode und Freizeitartikeln Niederösterreich.

Neben der Nutzung des Fahrrads im Freizeitbereich gewinnt nach Einschätzung der Branchenvertreter insbesondere die Alltagsmobilität an Bedeutung. Dazu tragen unter anderem Dienstrad-Leasing-Modelle sowie das vergleichsweise dichte Netz an Werkstätten und Servicebetrieben bei.

Michael Nendwich, Obmann des Landesgremiums des Handels mit Mode und Freizeitartikeln Niederösterreich
Foto: Kolarik Andrea

Werkstattgeschäft entwickelt sich überdurchschnittlich

Dass Serviceleistungen für viele Fachhändler zu einem wichtigen Bestandteil des Geschäfts geworden sind, hatte bereits die vom Vssö und der Arge Fahrradfachhandel veröffentlichte Zwischenbilanz zur Fahrradsaison 2026 gezeigt. In Niederösterreich fällt die Entwicklung allerdings nochmals stärker aus als im österreichischen Durchschnitt.

Bundesweit berichteten 57 Prozent der befragten Betriebe von einem stärkeren Werkstattgeschäft als im Vorjahr, weitere 30 Prozent meldeten stabile Umsätze. In Niederösterreich gaben 67 Prozent der Händler an, dass sich ihr Werkstatt- und Servicegeschäft gegenüber 2025 verbessert habe.

Für Nendwich ist die technische Kompetenz ein wesentlicher Faktor für die Position des stationären Handels. "Fahrräder werden dort repariert und serviciert, wo sie auch gekauft werden", erklärt er. Gerade mit der zunehmenden Verbreitung technisch komplexerer Fahrräder und E-Bikes gewinnt das Servicegeschäft für Händler an Bedeutung.

Damit erweitert sich auch die Rolle vieler Fahrradgeschäfte. Neben Verkauf und Beratung sorgen Wartung, Reparaturen und Ersatzteilversorgung für wiederkehrende Kundenkontakte und können die Abhängigkeit vom reinen Neuradgeschäft verringern.

Foto: Vello | Vssö

Dienstrad-Leasing gewinnt weiter an Bedeutung

Ein zweiter Faktor ist das Dienstrad-Leasing. Österreichweit bieten mittlerweile 84 Prozent der im Rahmen der Branchenumfrage befragten Betriebe entsprechende Modelle an. 59 Prozent sehen dadurch einen positiven Einfluss auf ihr Geschäft.

In Niederösterreich fällt dieser Wert deutlich höher aus: 78 Prozent der dort befragten Händler berichten von positiven Auswirkungen des Dienstrad-Leasings. Nach Einschätzung Nendwichs hat sich das Modell damit zu einem relevanten Absatzkanal entwickelt. Entscheidend sei dabei auch, wie einfach Unternehmen und Beschäftigte auf entsprechende Angebote zugreifen könnten.

Das Leasing-Geschäft stärkt zugleich die Verbindung zwischen Fahrradverkauf und Service. Leasing-Räder werden häufig über den Fachhandel bezogen und müssen während der Nutzungsdauer regelmäßig gewartet werden. Für Händler können daraus längerfristige Kundenbeziehungen entstehen.

78 Prozent melden bessere Geschäfte als 2025

Auch bei der allgemeinen Geschäftsentwicklung hebt sich Niederösterreich von der österreichweiten Zwischenbilanz ab. Während bundesweit 42 Prozent der befragten Händler von einem besseren bisherigen Saisonverlauf als 2025 berichteten, liegt der entsprechende Anteil in Niederösterreich bei 78 Prozent.

Für die weitere Saison zeigt sich der dortige Fachhandel ebenfalls überwiegend zuversichtlich. 89 Prozent der Befragten rechnen für die zweite Saisonhälfte mit einer besseren oder zumindest vergleichbaren Entwicklung gegenüber dem Vorjahr.

Gefragt sind nach Angaben der Branchenvertreter insbesondere E-Bikes für den Alltagsgebrauch. Daneben spielen sportlich orientierte Kategorien wie Gravelbikes und Rennräder weiterhin eine wichtige Rolle. Diese Segmente hatten bereits bei den Bestellungen der Industrie für die Saison 2025 zu den stärker nachgefragten Bereichen gehört.

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