Linexo-Studie: Viele Schäden, wenig Schutz

Eine Linexo-Studie unter 6.000 Fahrrad- und E-Bike-Besitzerinnen und -Besitzern zeigt: Verschleiß ist die häufigste Schadenursache, wird aber selten versichert. Gleichzeitig fährt fast jedes zweite Fahrrad ohne Police. Bei gemeldeten Fällen zahlen die Versicherten meist ganz oder teilweise.
Verschleiß bleibt laut einer aktuellen Erhebung des Fahrradversicherers und Leasinganbieters Linexo by Wertgarantie die häufigste Schadenursache. Die Befragung wurde in Zusammenarbeit mit Statista durchgeführt, bevölkerungsrepräsentativ nach Alter, Geschlecht und Bundesland gewichtet und lief vom 25. November bis 12. Dezember 2025.

Viele Schäden entstehen im Alltag
Mehr als 56 Prozent der Befragten nannten bei Fahrrädern Abnutzung als erlebten Schaden, bei E-Bikes waren es 37 Prozent. Betroffen sind vor allem typische Verschleißteile wie Reifen, Bremsen, Ketten sowie Zahnräder. Als Gründe werden vor allem alterungs- und nutzungsbedingte Materialermüdung genannt. Zusätzlich vermuten Teilnehmerinnen und Teilnehmer mangelnde Pflege und fehlende Wartung als Treiber.
Hinter dem Verschleiß folgen eigenverschuldete Schäden wie Reifenpannen oder Oberflächenschäden, etwa wenn ein Rad umstürzt. "Versicherer sprechen in diesem Fall von unsachgemäßer Handhabung. Ein wahrscheinlicher Schaden, den man bei seiner Police neben Schäden durch Abnutzung unbedingt prüfen sollte", rät Sören Hirsch, Bereichsleitung Bike bei Linexo.
Insgesamt deutet die Studie auf Nachholbedarf bei der Absicherung hin: 46,4 Prozent der Fahrräder und 27,1 Prozent der E-Bikes sind demnach vollständig ohne Versicherungsschutz unterwegs. Rund 40 Prozent verlassen sich statt einer eigenständigen Fahrradversicherung auf die Hausratversicherung - die jedoch häufig nur bei Einbruchdiebstahl greift.
Diebstahl seltener, finanziell aber relevant
Diebstahl wird in der Befragung seltener berichtet als Verschleiß (Fahrrad: 17 Prozent, E-Bike: 19,8 Prozent), kann aber hohe Kosten verursachen. Hirsch verweist darauf, dass Versicherungen auch dann zahlen sollten, "wenn das Bike außerhalb der eigenen vier Wänden gestohlen wird".
Zudem empfiehlt er, bei E-Bikes und hochpreisigen Rädern zu prüfen, ob die Versicherungssumme den Ersatz tatsächlich abdeckt und welche Selbstbeteiligung gilt. Das sei sowohl beim Vergleich Hausrat- versus Fahrradversicherung als auch bei Leasingrädern relevant.

Schäden werden oft nicht gemeldet
Auffällig ist laut Studie auch die geringe Meldequote: Über 90 Prozent (Fahrrad) beziehungsweise 75 Prozent (E-Bike) der Verschleißschäden werden nicht an Versicherungen gemeldet. Auch technische Defekte sowie eigenverschuldete Schäden und Stürze ohne Beteiligung Dritter bleiben mehrheitlich ohne Schadenanzeige.
Wenn Schäden gemeldet werden, übernehmen Versicherungen sie laut Erhebung in rund 70 Prozent der Fälle vollständig und in etwa einem Viertel teilweise; Ablehnungen seien selten.
Zudem verweist die Studie auf eine Dunkelziffer: Obwohl Diebstahl und Vandalismus strafrechtlich relevant sind, wird die Polizei in vielen Fällen offenbar nicht eingeschaltet.