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Kreislaufwirtschaft rückt als Hebel für resilientere Lieferketten in den Fokus

Foto: KI-generiert mit ChatGPT

Geopolitische Risiken belasten die Wertschöpfungsketten vieler Unternehmen. Eine Deloitte-Befragung zeigt: Kreislaufwirtschaft wird zunehmend als strategische Option gesehen, um Abhängigkeiten zu reduzieren – umgesetzt ist sie bislang jedoch selten.

Geopolitische Spannungen stellen die Liefer- und Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen zunehmend auf die Probe. In einer repräsentativen Befragung im Auftrag von Deloitte unter 1.000 privatwirtschaftlichen Entscheidungsträgern mit Produktverantwortung bewerten 61 Prozent die Auswirkungen geopolitischer Risiken auf die eigene Wertschöpfungskette als stark oder sehr stark. Besonders betroffen sind Produktion, Logistik und die Versorgung mit Rohstoffen – unter anderem durch Importabhängigkeiten, unsichere Energiebedingungen, Handelsbeschränkungen und instabile Lieferbeziehungen.

Vom Nachhaltigkeitsthema zum Strategiebaustein

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Kreislaufwirtschaft strategisch an Bedeutung. Knapp die Hälfte der Befragten stuft sie als zentrale oder ergänzende Chance ein, um Wertschöpfungsketten resilienter aufzustellen; weitere 18 Prozent sehen sie als langfristige Option. Dr. Nicole Röttmer, Partnerin und verantwortlich für das Serviceangebot Sustainability bei Deloitte, ordnet das Ergebnis so ein: "Kreislaufwirtschaft hat sich vom klassischen Nachhaltigkeitsthema zu einem strategischen Instrument für Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit entwickelt." Unternehmen könnten so Abhängigkeiten reduzieren, Risiken besser steuern und ihre Position im Markt langfristig absichern.

Als Potenziale nennen Unternehmen vor allem Rücknahme- und Recyclingmodelle, eine stärker regional ausgerichtete Wertschöpfung sowie den verstärkten Einsatz von Sekundärrohstoffen. Auch mehr Transparenz über Materialflüsse und ein angepasstes Produktdesign gelten als Ansatzpunkte. Dass dafür Daten und Nachverfolgbarkeit entscheidend sind, spiegelt sich auch in Deloitte-Auswertungen aus Brancheninterviews: 81 Prozent berichten von Herausforderungen bei Daten, Traceability und Digitalisierung – nur sechs Prozent sehen sich in der Lage, Datenanforderungen vollständig abzudecken.

Foto: Deloitte

Große Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung

Trotz des anerkannten Potenzials bleibt die Umsetzung in vielen Unternehmen begrenzt: Nur rund zehn Prozent haben bereits umfassende Maßnahmen eingeführt, 17 Prozent setzen einzelne Schritte um. Cathleen Gutglück, Director Sustainability bei Deloitte, verweist auf konkrete operative Ansatzpunkte: "Kreislaufwirtschaft bietet hier ganz konkrete operative Hebel, etwa durch regionale Materialkreisläufe, resilientere Beschaffungsmodelle und ein Produktdesign, das Wiederverwendung und Recycling von Anfang an mitdenkt."

Was Unternehmen von Politik und Markt erwarten

Als zentrale Voraussetzungen für Fortschritte gelten wirtschaftlich tragfähige Lösungen, wachsende Markt- und Kundennachfrage sowie technologische Innovationen. Deloitte betont zudem die Rolle von Kooperationen: In den befragten Brancheninterviews bewerten alle Gesprächspartner Netzwerke und Partnerschaften als entscheidend, um zirkuläre Modelle zu skalieren. Viele Unternehmen sehen den Staat derzeit eher zurückhaltend – und nennen als Handlungsfelder insbesondere Infrastruktur, verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen, Forschung und Innovation sowie finanzielle Anreize.

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