Kinderunfälle 2025: Fahrrad löst Auto als häufigstes Verkehrsmittel ab

Die Unfallstatistik für 2025 zeigt eine Verschiebung bei der Mobilität von Kindern: Das Fahrrad steht erstmals an der Spitze der erfassten Verkehrsmittel. Zugleich ist die Zahl der verunglückten und getöteten Kinder gestiegen.
29.270 Kinder unter 15 Jahren sind 2025 im deutschen Straßenverkehr verunglückt. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts 7 Prozent mehr als im Vorjahr mit 27.260 Fällen. Zugleich stieg die Zahl der getöteten Kinder von 53 auf 74. Erstmals waren die meisten verunglückten Kinder mit dem Fahrrad unterwegs.
34 Prozent der betroffenen Kinder saßen 2025 auf einem Fahrrad, 31 Prozent im Auto. Weitere 20 Prozent waren zu Fuß unterwegs, 8 Prozent mit einem E-Scooter. Besonders deutlich fällt der Fahrradanteil bei den 6- bis 14-Jährigen aus: In dieser Altersgruppe waren 39 Prozent der Verunglückten mit dem Rad unterwegs, 26 Prozent im Auto. 2024 hatte das Auto mit 35 Prozent noch vor dem Fahrrad mit 33 Prozent gelegen.
Auch beim Unfallzeitpunkt zeigt die Statistik eine klare Häufung. Von den 24.010 verunglückten Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren entfielen montags bis freitags 12 Prozent auf die Zeit zwischen 7 und 8 Uhr. Das Statistische Bundesamt führt die Spitze auf den morgendlichen Schulweg zurück. Die Zahl der auf Fahrrädern getöteten Kinder stieg von acht auf 13.
Die Statistik erlaubt allerdings keine Aussage über das Unfallrisiko je gefahrenem Kilometer. Erfasst werden Unfallzahlen, nicht die mit einzelnen Verkehrsmitteln zurückgelegten Strecken.

Zukunft Fahrrad wirbt für kindgerechte Infrastruktur
Vor diesem Hintergrund startet der Wirtschaftsverband Zukunft Fahrrad die Kampagne "Mit Kind und Kurbel". Anlass sind die bundesweiten Aktionstage der Kidical Mass vom 12. bis 27. September. Der Verband verweist zudem auf den Fahrrad-Monitor 2025: Kinder, die bereits im Alter von zwei bis drei Jahren Radfahren lernen, fahren später zu 81 Prozent regelmäßig Fahrrad. Bei einem Einstieg mit acht Jahren liegt der Anteil bei 57 Prozent.
Als zentrale Hindernisse nennt die Studie zu viel Verkehr, fehlende oder mangelhafte Radwege sowie Unsicherheit gegenüber motorisiertem Verkehr. Zukunft Fahrrad fordert deshalb von Bund, Ländern und Kommunen den Ausbau kindgerechter und vom Autoverkehr möglichst getrennt geführter Radinfrastruktur.