
Kidical Mass fordert kindgerechte Verkehrspolitik

Das Kidical-Mass-Aktionsbündnis mobilisiert vom 1. bis 10. Mai zu Fahrraddemos und Aktionen in vielen Städten. Trotz StVO-Novelle 2024 sieht das Bündnis zu wenig Fortschritt bei Tempo 30, Querungen und sicheren Rad- und Fußwegen rund um Schulen.
Mehr dazu findet ihr in der heutigen SAZbike-Topnews!

ZEG gewinnt elf neue Mitgliedsbetriebe in Deutschland und Europa

Die Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG) erweitert ihr Netzwerk um elf neue Mitgliedsbetriebe. Acht der Neuzugänge stammen aus Deutschland, drei weitere aus den Niederlanden, Schweden und Österreich. In einem angespannten Marktumfeld wertet die Genossenschaft den Zuwachs als Signal für die anhaltende Relevanz kooperativer Strukturen im Fahrradfachhandel.
"Der Mitgliederzuwachs in Deutschland und Europa zeigt, dass unsere genossenschaftliche Philosophie und das familiäre Umfeld überzeugen", sagt Axel Hintermaier, Leiter der Mitgliederbetreuung. Gerade im Jahr des 60-jährigen Jubiläums der ZEG habe die Stärkung der Gemeinschaft besondere Bedeutung.
Die neuen Partner sollen die Bandbreite innerhalb der Genossenschaft widerspeigeln. Sie reicht von traditionsreichen Familienbetrieben bis hin zu wachstumsorientierten Fachgeschäften und Quereinsteigern aus angrenzenden Mobilitätsbereichen. Diese Vielfalt gilt als ein zentraler Faktor für die Stabilität des Verbunds.
Zu den neuen deutschen Mitgliedern zählen unter anderem Zweiradhaus Konermann (Ibbenbüren), Zweirad Pöttker (Münster-Roxel), Ebis Fahrradservice (Witten), Radwelt Bergheim, G & M Fahrzeugtechnik (Oschatz), Fahrrad Conrad (Kaiserslautern), M&M Bike (Stuttgart-Bad Cannstatt) sowie Tretfuß (München-Haar).
International wächst die ZEG unter anderem mit Bike-Service Martin Hinterreiter in Österreich (St. Oswald/Freistadt) und mit weiteren neuen Partnern in den Niederlanden und Schweden setzt die ZEG ihre Entwicklung auch über den deutschsprachigen Raum hinaus fort.

KTM ruft Carbon-Laufräder mehrerer Fahrradmodelle zurück

KTM Bikes hat einen vorsorglichen Rückruf für Carbon-Laufräder ausgewählter Modelle gestartet. Betroffen sind unter anderem Varianten der Reihen "Revelator Alto Master" und "Gravelator Elite" des Modelljahres 2026. Anlass ist ein vereinzelt festgestellter Qualitätsmangel an den Felgen, der laut Unternehmen in einem sehr geringen Bereich im Promillebereich liegt und äußerlich nicht zwingend erkennbar ist.
Nach Angaben von KTM sind bislang keine Schadensfälle bekannt. Dennoch habe man sich aus Gründen der Produktsicherheit zu der Maßnahme entschieden. "Die Sicherheit unserer Kunden hat oberste Priorität", teilt das Unternehmen mit. Ziel sei es, sämtliche betroffenen Laufräder einer technischen Überprüfung mit professionellem Testequipment zu unterziehen.
Betroffen sind folgende Modelle:
- Revelator Alto Master (white + jungle)
- Revelator Alto Master (dark sea + blue)
- Gravelator Elite Di2 (olive pearl)
- Gravelator Elite Di2 (blue grey matt)
- Gravelator Elite 2x (royal teal)
- Gravelator Elite 2x (grey beige matt)
- Gravelator Elite (cargo green matt)
- Gravelator Elite (bright teal matt)
Kundinnen und Kunden werden aufgefordert, die Nutzung der betroffenen Fahrräder umgehend einzustellen und sich an ihren jeweiligen Fachhändler zu wenden. Die Laufräder werden über den Händler an KTM überstellt, dort geprüft und bei Bedarf ersetzt. Anschließend erfolgt die Rückführung an den Händler, wo die Kundinnen und Kunden ihre Räder wieder abholen können.
Der Rückruf gilt seit dem 1. April 2026. KTM weist darauf hin, dass die Teilnahme an der Maßnahme notwendig ist, um Gewährleistungsansprüche sowie den Versicherungsschutz aufrechtzuerhalten. Weitere Informationen erhalten Kundinnen und Kunden über autorisierte KTM-Fachhändler.


Enviolo lud zum Product Day 2026 in Amsterdam ein

Beim dritten Product Day lud Enviolo in der vergangenen Woche an seinen neuen Hauptsitz. Im Mittelpunkt standen Austausch, Innovation und strategische Fragen zur künftigen Ausrichtung der Branche. Ziel war es, angesichts gemeinsamer Herausforderungen eine Plattform für Dialog und Zusammenarbeit zu schaffen.
Über 40 Produktmanagerinnen und Produktmanager führender Fahrradmarken versammelten sich in Amsterdam. Neben Networking und Diskussionen prägten auch Auszeichnungen das Programm: Diamant wurde für das Modell "Suvea Style" geehrt, Optima für das "Lovens Explorer 2". Kalkhoff gewann zudem das Enviolo-Pubquiz und erhält einen Gegenbesuch des Produktteams im Werk in Emstek.
Inhaltlich rückten grundlegende Fragen zur Innovationskultur in den Fokus. Deborah Nas, Professorin an der TU Delft, betonte in ihrem Vortrag die Bedeutung kontinuierlicher Weiterentwicklung sowie klarer Kundenorientierung. Innovation könne Märkte verändern, langfristiger Erfolg erfordere jedoch Qualität und Anpassungsfähigkeit.
Robert Margevicius von Specialized Bicycle Components plädierte für ein Umdenken im Marktansatz. In seinem Vortrag hob er die gesellschaftliche und emotionale Bedeutung des Radfahrens hervor und sprach sich für eine stärkere Fokussierung auf Nutzererlebnisse aus.
Eine anschließende Podiumsdiskussion griff Themen wie Produktkomplexität, Datenstrategien, neue Fahrzeugkategorien sowie regulatorische Entwicklungen auf. Am Nachmittag stellte Enviolo-Datenanalyst Aakash R. Chavan den "Envision Bike Index" vor, der Einblicke in das europäische Radfahrverhalten liefern sollte.

Ifo-Präsident warnt vor Wohlstandsverlust durch schrumpfende Industrie

Foto: Ifo Institut
Ein Rückgang der Industrie trifft nach Einschätzung von Ifo-Präsident Clemens Fuest in Deutschland besonders stark die ländlichen Regionen. Grund sei die im internationalen Vergleich breite regionale Verankerung industrieller Wertschöpfung. Zudem sind diese Teile Deutschlands besonders auf Investitionen und gut bezahlte Arbeitsplätze angewiesen. Ohne das Entstehen neuer, produktiver Branchen gerate damit auch der gesamtwirtschaftliche Wohlstand unter Druck.
Anders als in vielen anderen Volkswirtschaften sei die Industrie in Deutschland nicht auf wenige Zentren konzentriert, sondern über zahlreiche Regionen verteilt. Insbesondere mittelständische und familiengeführte Unternehmen prägen laut Fuest die wirtschaftliche Struktur abseits der Ballungsräume und hätten dort über Jahrzehnte Stabilität und Einkommen gesichert. Verliere diese Basis an Bedeutung, drohten nicht nur gesamtwirtschaftliche Einbußen, sondern auch strukturelle Rückschritte in betroffenen Regionen mit möglichen wirtschaftlichen und politischen Folgen.
Fuest fordert vor diesem Hintergrund strukturelle Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Dazu zählen insbesondere der Abbau bürokratischer Hürden, eine verlässlich günstigere Energieversorgung sowie Entlastungen bei Steuern und Abgaben. Ziel sei es, die industrielle Substanz zu sichern und wachsende regionale Wohlstandsunterschiede zu begrenzen.