
"Zwei perfekte Zahnräder"

Kalkhoff hat mit Matthias Götz zum Jahresanfang einen neuen Commercial Director eingestellt. Im Gespräch mit SAZbike erklärt der Vertriebs- und Managementexperte, wie Verkauf und Kundenservice harmonieren sollen.
Das ganze Interview findet ihr in der SAZbike Top-News!

Woom wächst 2025 deutlich und erzielt Rekordergebnis

Der österreichische Kinder- und Jugendfahrradhersteller Woom hat 2025 einen Umsatz von 149 Millionen Euro erzielt. Das entspricht einem Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt verkaufte das Unternehmen 390.000 Fahrräder sowie 140.000 Helme.
Nach eigenen Angaben wächst Woom damit signifikant schneller als der Branchendurchschnitt und gewinnt Marktanteile hinzu. Bereits im Juli überschritt das Unternehmen die Marke von 100 Millionen Euro Umsatz - drei Monate früher als 2024. Bis September lag das Umsatzvolumen über dem Gesamtwert des Vorjahres.
Seit der Gründung hat Woom nach eigenen Angaben mehr als zwei Millionen Fahrräder verkauft. CEO Bernd Hake erklärt: "Dass wir in einem anspruchsvollen Marktumfeld so dynamisch wachsen konnten, ist das Ergebnis des unermüdlichen Einsatzes unseres Teams und des Vertrauens der Familien weltweit. Mit Innovationen wie dem Wow begleiten wir Kinder von ihren allerersten Momenten auf zwei Rädern. Wir blicken stolz auf das Erreichte, doch unser Fokus liegt klar auf der Zukunft: Wir werden Mobilität für die nächste Generation weiterhin neu definieren."
Regional bleibt der DACH-Raum mit einem Wachstum von 41 Prozent das wichtigste Fundament. Gleichzeitig entwickelt sich das internationale Geschäft dynamisch. In Nordeuropa legte Woom um 101 Prozent zu, im Vereinigten Königreich um 120 Prozent. Auch die Benelux-Staaten verzeichneten ein Plus von 17 Prozent.
Für 2026 kündigt Woom weiteres Wachstum und neue Produkte an. Neben der Festigung der Marktführerschaft im DACH-Raum sowie dem Ausbau der Marktposition in UK, Benelux und Nordeuropa, möchte Woom mit einem neuen Führungsteam gezielt die Präsenz auf dem US-Markt forcieren. Im Fokus stehen zusätzliche Modelle im Bereich kindgerechter E-Mobilität sowie ein erweitertes Zubehörportfolio. Ziel bleibt es, Familien über alle Altersstufen hinweg anzusprechen und zusätzliche Wachstumspotenziale zu erschließen.

Beinahe-Kollision: Sachverständiger warnt vor Konflikten mit Pedelecs

Ein Beinahe-Unfall auf einem schmalen Fußweg wirft Fragen zur Rücksichtnahme im Umgang mit Pedelecs auf. In einer Dorfgemeinde kam es kürzlich zu einer gefährlichen Situation zwischen einem Fußgänger mit Hund und einem jugendlichen Fahrer eines elektrisch unterstützten Mountainbikes (Pedelec). Nur durch eine abrupte Vollbremsung konnte ein Zusammenstoß verhindert werden.
Nach Angaben des Fußgängers näherte sich der Jugendliche von hinten mit offenbar unangepasster Geschwindigkeit. Ein Klingelzeichen habe es nicht gegeben. Erst das deutlich hörbare Quietschen der Scheibenbremse habe ihn aufgeschreckt. Der angeleinte Hund lief links neben ihm, beide sprangen erschrocken zur Seite. Verletzt wurde niemand.
Ernst Brust, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Mikromobilität, sieht in dem Vorfall kein Einzelfallereignis. Pedelecs beschleunigten schneller als viele klassische Fahrräder und seien zugleich vergleichsweise leise unterwegs. Dies erhöhe das Konfliktpotenzial, insbesondere auf engen oder gemeinsam genutzten Wegen. Ein rechtzeitiges Betätigen der Glocke hätte nach seiner Einschätzung ausgereicht, um die Situation zu entschärfen.
"Technische Leistungsfähigkeit darf nicht mit Vorfahrt oder Vorrang verwechselt werden. Rücksicht ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung", erklärt Brust.
Rechtlich gelten Pedelecs als Fahrräder und müssen grundsätzlich Radwege nutzen. Die Nutzung reiner Gehwege ist nicht zulässig. Gerade in ländlichen Regionen oder auf schmalen Verbindungswegen komme es jedoch immer wieder zu Unsicherheiten. Neben möglichen Verletzungen könnten im Schadensfall auch haftungsrechtliche Konsequenzen drohen. Der Sachverständige appelliert an alle Nutzerinnen und Nutzer von Pedelecs, ihre Geschwindigkeit den örtlichen Gegebenheiten anzupassen und Überholvorgänge rechtzeitig anzukündigen. Besonders bei älteren Menschen, Kindern und Tieren sei Vorsicht geboten.

Konjunkturumfrage: Fachkräftemangel geht leicht zurück

Der Fachkräftemangel in Deutschland hat sich weiter entspannt. Nach der jüngsten Konjunkturumfrage des Ifo Institut für Wirtschaftsforschung berichten 22,7 Prozent der Unternehmen von fehlenden qualifizierten Arbeitskräften. Im Oktober lag der Anteil noch bei 25,8 Prozent. Damit erreicht der Wert den niedrigsten Stand seit fünf Jahren.
"Eine Rolle spielt weiterhin die schwache konjunkturelle Entwicklung", sagt ifo-Forscher Klaus Wohlrabe. "Gleichzeitig verändert der technologische Wandel, vor allem die künstliche Intelligenz, zunehmend den Arbeitsmarkt."
Besonders deutlich ist der Rückgang im Bereich Transport und Logistik. Dort sank der Anteil der betroffenen Unternehmen von 42,7 auf 30,6 Prozent. Insgesamt klagt rund jeder vierte Dienstleister über fehlendes Personal. Besonders stark betroffen bleiben Rechts- und Steuerberatungen mit 58,4 Prozent sowie Leiharbeitsfirmen mit 56,6 Prozent.
In der Industrie melden 16,6 Prozent der Unternehmen einen Fachkräftemangel - ein halber Prozentpunkt weniger als im Oktober. Im Automobilsektor sowie bei Herstellern elektrischer Ausrüstungen liegt der Anteil jeweils knapp unter zehn Prozent. Im Maschinenbau beträgt er rund 19 Prozent.
Auch im Handel zeigt sich eine leichte Entspannung. Rund 18 Prozent der Unternehmen berichten von Schwierigkeiten, offene Stellen mit qualifizierten Arbeitskräften zu besetzen. Im Einzelhandel sind es 21,6 Prozent, im Großhandel 16,2 Prozent. Im Bauhauptgewerbe bleibt die Lage hingegen angespannt: Hier geben 30,4 Prozent der Betriebe an, nicht genügend Fachkräfte zu finden.
Wohlrabe warnt trotz des Rückgangs vor falscher Entwarnung: "Der Rückgang darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass strukturelle Herausforderungen bestehen bleiben." Die Alterung der Bevölkerung treffe auf einen tiefgreifenden technologischen Wandel. Das werde die Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen weiter verschieben.