"Zwei perfekte Zahnräder"

Foto: Kalkhoff

Kalkhoff hat mit Matthias Götz zum Jahresanfang einen neuen Commercial Director eingestellt. Im Gespräch mit SAZbike erklärt der Vertriebs- und Managementexperte, wie Verkauf und Kundenservice harmonieren sollen.

Die Serviceanforderungen in der Fahrradbranche nehmen kontinuierlich zu. Das liegt sowohl an der Komplexität der Produkte (vor allem von E-Bikes) als auch an gestiegenen Kundenerwartungen durch die Hochwertigkeit der Produkte. Auch bei Kalkhoff ist man sich dieser Herausforderung bewusst. Seit Jahresanfang optimiert der neue Commercial Director Matthias Götz die dazugehörigen Prozesse und spricht dazu erstmals im Interview mit SAZbike.

SAZbike: Herr Götz, Sie sind für die Abteilungen Sales, Customer Care und Retail Experience bei Kalkhoff verantwortlich. Dafür wurde die neue Position des Commercial Directors, die Sie seit Anfang des Jahres bekleidest, geschaffen. Erzählen Sie uns etwas über die Hintergründe.

Matthias Götz: Es geht um die Auflösung von Silos. In meiner über 25-jährigen Erfahrung im Omnichannel-Bereich habe ich gelernt: Die Kundin unterscheidet nicht zwischen Vertrieb und Service - er erwartet eine nahtlose Lösung. Durch die Bündelung unter einer Leitung können wir Reaktionszeiten verkürzen und Prozesse aus einem Guss anbieten.

"Wenn ich einen Wunsch hätte, dann wäre die Eurobike 2026 schon das finale Produkt. Aber eine realistische Einschätzung ist: Sie ist ein Meilenstein."

Matthias Götz

SAZbike: Was ist der größte Hebel, um Service und Vertrieb zu stärken?

Matthias Götz: Der größte Hebel ist die Integration durch Datenintelligenz. Indem wir die Trennung zwischen ‚Verkaufen' und ‚Betreuen' aufheben, können wir unseren Partnerinnen und Partnern im Handel noch schneller helfen. Dadurch können sie sich voll auf das Kundenerlebnis konzentrieren. Intern nutzen wir meine Erfahrung in der Implementierung und Weiterentwicklung von CRM- und Contact-Management-Systemen, um aus jedem Service-Kontakt wertvolle Erkenntnisse für den Vertrieb und vor allem für die Produktentwicklung zu gewinnen.

Ein sorgenfreier Händler, der durch schnelle, datenbasierte Prozesse unterstützt wird, ist unser bester Partner. Ein Produkt, das aus dem laufenden Feedback der Händlerinnen und Händler an die speziellen Bedürfnisse der Endkundinnen und Endkunden entwickelt wird, ist dafür die beste Grundlage.

SAZbike: Wann wird der Fachhandel erste Veränderungen spüren?

Matthias Götz: Zunächst ist es mir wichtig zu betonen: Wir starten von einem sehr hohen Niveau. Sowohl unsere Partnerinnen und Partner im Fachhandel als auch die Endkundinnen und Endkunden bewerten unseren Service bereits heute als exzellent. Mein Ziel ist es jedoch, diesen Vorsprung nicht nur zu halten, sondern Kalkhoff als DEN Maßstab für Service-Erlebnis im gesamten Markt zu etablieren.

Erste Projekte haben wir bereits auf den Weg gebracht. Dabei kommt mir meine Zertifizierung als KI-Manager zugute: Ich kann sehr gut einschätzen, was technologisch machbar ist und wo die Grenzen liegen. KI ist für mich kein Selbstzweck, sondern ein hocheffizientes Werkzeug, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kundenkontakt zu unterstützen und die Serviceleistung für den Händler spürbar zu verbessern.

Die Händlerinnen und Händler werden also in den kommenden Monaten eine schrittweise und beständige Verbesserung spüren. Wir transformieren einen bereits sehr guten Service in eine neue Dimension der digitalen Unterstützung, um die Zusammenarbeit noch reibungsloser zu gestalten.

SAZbike: Inwiefern kommen Ihre Multichannel-Erfahrungen nun im B2B-Kontext zur Geltung?

Matthias Götz: Multichannel bedeutet für mich, Kanäle für den Kunden optimal zu vernetzen. Meine Erfahrung aus über 25 Jahren im E-Commerce und Versandhandel hilft uns dabei, die digitale Informationssuche der Endkunden so zu gestalten, dass sie direkt zu unseren stationären Partnern im Handel führt. Wir nutzen Daten, um den Verkaufsprozess im Laden zu stützen - etwa durch bessere Bedarfsanalysen oder eine optimierte Warenverfügbarkeit. Der Handel ist und bleibt unser zentraler Vertriebskanal, den wir im Hintergrund mit modernen, digitalen Werkzeugen für den Wettbewerb stärken.

SAZbike: Was sind die größten Herausforderungen in Ihrem Bereich für 2026?

Matthias Götz: Die größte Herausforderung ist die technische Komplexität bei gleichzeitiger Marktdynamik. E-Bikes sind hochkomplexe Fahrzeuge geworden. Wir müssen als Hersteller den Händlerinnen und Händlern den Rücken freihalten, indem wir Service-Prozesse wie Gewährleistungsfälle so schnell und unbürokratisch gestalten, dass sie keine Bremse im Vertrieb darstellen, sondern der Endkunde Kalkhoff und seine Partner als herausragend wahrnimmt.

Zudem ist das Thema Preisstabilität nach den Abverkaufsaktionen der letzten Jahre essenziell. Wir setzen auf Qualität und Verlässlichkeit, um unseren Partnern - vom IBD bis zum Key-Account - eine solide Kalkulationsbasis in einem aktuell wirtschaftlich angespannten Marktumfeld zu bieten.

SAZbike: Herr Götz, vielen Dank für das Gespräch.

Foto: Kalkhoff/Matthias Götz
Matthias Götz verfügt über 25 Jahre Erfahrung in den Bereichen E-Commerce, Multi-Channel-Retail und strategischem Vertrieb. Zuletzt war er als Managing Director Sales EU bei der Lusini Group tätig. Zuvor verbrachte er über 18 Jahre in verschiedenen Führungspositionen bei der Conrad Electronic SE - unter anderem als Senior Director Customer Care. Mit seinem Fokus auf eine erstklassige Customer Journey soll er wichtige Impulse setzen, um den Service und Vertrieb von Kalkhoff weiter zu stärken und zu verzahnen.

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