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Hohe Montagezeiten und Rückrufkosten: VSF und Bike & Co kritisieren Cube

Foto: VSF

Nach ihrer Kritik an unzureichenden Vergütungen von Produktrückrufen konkretisieren VSF und Bike & Co ihre Vorwürfe: Am Beispiel von Cube zeigen die Verbände, wie Montageaufwand und Rückrufpraxis die Wirtschaftlichkeit des Fachhandels belasten.

Der Verbund Service und Fahrrad (VSF) und die Einkaufskooperation Bike & Co bekräftigen ihre Kritik an unfairen Bedingungen für den Handel bei der Abwicklung von Produktrückrufen. Nach einer ersten Stellungnahme im Dezember nehmen die Verbände nun den Hersteller Cube als Beispiel.

Laut VSF zeigen Erfahrungen aus Mitgliedsbetrieben, dass die Montagezeiten bei Cube im Vergleich zur Branche deutlich höher ausfallen. Das belaste Werkstätten und senke die Erträge spürbar. "Diese Zahlen stehen nicht für Einzelfälle, sondern für einen strukturellen Effekt, der sich im Betriebsalltag deutlich bemerkbar macht", sagt VSF-Geschäftsführer Uwe Wöll.

Zahlen belegen strukturelles Problem

Nach Auswertungen des VSF führen die überdurchschnittlichen Montagezeiten zu einer durchschnittlichen Belastung der Handelsspanne von rund 1,8 Prozentpunkten. Rückrufmaßnahmen verringern die Marge zusätzlich um etwa 0,6 Prozentpunkte.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Größenordnung: Bei 250 Fahrzeugen entstehen Montage-Mehrkosten von rund 12.500 Euro - allein auf Basis der Selbstkosten.

"Geht man davon aus, dass diese Aufwände durch eine überdurchschnittliche Marge abgedeckt seien, werden sie spätestens bei einem Rückruf zum Nachteil für den Handel", erklärt Wöll.

Werkstätten unter Druck

Dabei könnten Hersteller ihre Kosten oft über Versicherungen oder Teilelieferanten kompensieren - der Fachhandel hingegen bleibe auf einem fünfstelligen Fehlbetrag sitzen.

Auch Bike-&-Co-Geschäftsführer Georg Wagner sieht dringenden Handlungsbedarf: "Überdurchschnittliche Montagezeiten binden qualifiziertes Personal und blockieren Kapazitäten, die im Tagesgeschäft dringend benötigt werden. Wenn diese Leistungen nicht angemessen vergütet werden, geht das unmittelbar zulasten der Handelsspanne."

Gemeinsame Standards gefordert

VSF und Bike & Co fordern eine faire Verteilung von Aufwand und Risiko. Nur so könne die Leistungsfähigkeit des Fachhandels langfristig gesichert werden. Beide Verbände regen an, Montagevorgaben, Rückrufprozesse und Vergütungsmodelle gemeinsam weiterzuentwickeln.

Als Grundlage empfehlen sie den Leitfaden zu Lieferverträgen von ZIV und VSF sowie die branchenweite Arbeitswerteliste, die für Montage- und Serviceleistungen einen Stundensatz von mindestens 60 Euro vorsieht. Ziel müsse es sein, realistische und wirtschaftlich tragfähige Vereinbarungen zwischen Herstellern und Handel zu schaffen.

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