HDE-Umfrage: Mehrheit der Händler erwartet 2026 sinkende Umsätze

Die wirtschaftliche Lage im deutschen Einzelhandel bleibt angespannt. Laut einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter 600 Unternehmen belasten steigende Kosten für Personal, Energie und Wareneinkauf die Betriebe, während Umsätze stagnieren und Gewinne zurückgehen. Der Verband fordert die Politik zu raschen Entlastungen auf.
42 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Bei fast zwei Dritteln hat sie sich im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum verschlechtert. Ein Jahr zuvor hatte der Anteil bei 51 Prozent gelegen. Zudem berichten 69 Prozent der Händlerinnen und Händler von gesunkenen Gewinnen.
"Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen ist auf dem gleichen Niveau wie im zweiten Corona-Lockdown", sagt HDE-Präsident Alexander von Preen. Ursache seien insbesondere steigende Kosten bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen.
Auch die Erwartungen für das Gesamtjahr fallen verhalten aus. 65 Prozent der Befragten rechnen mit Umsätzen unter dem Vorjahresniveau, nach 53 Prozent im vergangenen Jahr. Lediglich 18 Prozent erwarten ein Umsatzplus gegenüber 2025. Dennoch hält der HDE an seiner Prognose eines nominalen Wachstums von zwei Prozent fest. Demnach soll der Einzelhandel 2026 insgesamt 697,4 Milliarden Euro umsetzen. Davon entfallen 601,1 Milliarden Euro auf den stationären Handel und 96,3 Milliarden Euro auf den Online-Handel.
Von der Politik verlangt der Verband bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Zugleich warnt der HDE vor Einschränkungen bei Minijobs, von denen im Einzelhandel rund 800.000 Beschäftigte betroffen seien. Darüber hinaus fordert der Verband eine verbindliche Begrenzung der Lohnnebenkosten auf 40 Prozent.