HDE fordert faire Gebühren für den digitalen Euro

Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert faire Bedingungen für den Handel im europäischen Zahlungsverkehr. Auf EU-Ebene werden derzeit gleich mehrere Regeln neu gefasst: die Zahlungsdiensterichtlinie, die Einführung eines digitalen Euro und eine Pflicht zur Bargeldannahme.
Am konkretesten ist der digitale Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat laut HDE Mitte September Online- und Mobile-Händler aufgerufen, sich an einem Pilotprojekt zu beteiligen. Für den stationären Handel laufen parallel Vorbereitungen.
Der zwölfmonatige Test soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 beginnen. Die rechtliche Grundlage für die Einführung wird auf europäischer Ebene noch erarbeitet. Die EZB peilt eine Ausgabe nach eigenen Angaben ab 2029 an, sofern die Gesetzgebung bis Ende 2026 steht.
Gebühren als Knackpunkt
Aus Sicht des Verbands entscheidet das Gebührenmodell darüber, ob der digitale Euro im Handel ankommt. „Der digitale Euro kann eine wichtige europäische Alternative im Zahlungsverkehr werden“, sagt Ulrich Binnebößel, HDE-Experte für den Zahlungsverkehr. Damit er sich im Alltag durchsetze, müsse er aber auch für Handelsunternehmen attraktiv sein. Faire, transparente und möglichst niedrige Kosten seien dafür eine zentrale Voraussetzung.
Eine Orientierung an den Entgelten etablierter Zahlverfahren könne allenfalls für eine Übergangsfrist gelten, so Binnebößel. Zudem solle das Modell nationale Eigenheiten einbeziehen.
Der HDE warnt außerdem davor, dass die Vielzahl neuer Vorgaben zu zusätzlichen Kosten und mehr Bürokratie führt. Das gelte auch für die neuen Regeln zu Zahlungsdiensten. Der Verband wünscht sich einen europäischen Zahlungsmarkt, der Transparenz, Wettbewerb und Innovation ermöglicht und die Kostenbelastung der Händler im Blick behält. Konkrete Gebührenhöhen nennt er nicht.