Fahrradbranche verliert weiter Umsatz und Beschäftigung

Foto: Zukunft Fahrrad
Die deutsche Fahrradwirtschaft hat 2025 das zweite Jahr in Folge Umsatz und Beschäftigung eingebüßt. Laut einer T3-Studie sank der Branchenumsatz auf 25,2 Milliarden Euro, die Zahl der direkt Beschäftigten auf 74.300. Dienstleistungen zeigen sich stabiler.
Die deutsche Fahrradbranche hat ihren Konsolidierungskurs 2025 fortgesetzt. Nach dem Boom der Pandemie-Jahre belasteten weiterhin hohe Lagerbestände, Preisdruck und gestiegene Kosten das Geschäft. Die Beschäftigung in den Kernbereichen Herstellung, Handel und Dienstleistungen sank gegenüber 2024 um rund drei Prozent von 76.700 auf 74.300 Personen. Damit liegt sie zwar weiter über dem Niveau vor der Pandemie, aber unter dem Höchststand von 77.500 Beschäftigten im Jahr 2023.
Auch beim Umsatz ging es das zweite Jahr in Folge abwärts. Die kumulierten Nettoumsätze der drei Sektoren beliefen sich 2025 auf 25,2 Milliarden Euro, nach 27,2 Milliarden Euro im Vorjahr und 29,3 Milliarden Euro im Jahr 2023. Inflationsbereinigt lag der Umsatz bei 20,8 Milliarden Euro und damit unter dem Wert von 2020.
Handel stärker unter Druck
Besonders deutlich fiel der Rückgang im Handel aus: Dort sanken die Umsätze laut Studie um zehn Prozent, die Beschäftigung um drei Prozent auf 55.600 Personen. In der Herstellung gingen die Umsätze um zwei Prozent und die Beschäftigung um fünf Prozent auf 12.700 zurück. Der Dienstleistungsbereich blieb bei 6.000 Beschäftigten stabiler. Werkstattservices konnten einen Teil der Belastungen auffangen. Beim Dienstrad-Leasing gingen die Umsätze dagegen um zehn Prozent zurück, während das Geschäft mit wiederaufbereiteten Gebrauchträdern zulegte.
Über die direkte Beschäftigung hinaus beziffert die Studie die wirtschaftlichen Effekte der Branche auf insgesamt 198.000 Arbeitsplätze. Davon entfallen 71.300 auf indirekte Effekte durch bezogene Lieferungen und Leistungen sowie 52.500 auf induzierte Beschäftigung durch Konsumausgaben.
Wasilis von Rauch, Geschäftsführer von Zukunft Fahrrad, fordert vor diesem Hintergrund bessere politische Rahmenbedingungen. Er verweist auf Wettbewerbsdruck aus China, eine stärkere Marktüberwachung und verlässlichere Investitionen in die Radinfrastruktur. „Ohne politische Unterstützung bleibt der Markt anfällig“, sagt von Rauch.