European Cycling Industries sieht Fahrrad als Baustein gegen Europas Energieabhängigkeit

European Cycling Industries fordert die EU-Mitgliedstaaten auf, Radverkehrsmaßnahmen der Europäischen Kommission zügig umzusetzen. Der Verband sieht im Fahrrad eine kurzfristig verfügbare Möglichkeit, den Energiebedarf im Alltagsverkehr zu senken und die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen zu reduzieren.
Im Zuge des Weltfahrradtag am 3. Juni hat European Cycling Industries die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, Radverkehrsmaßnahmen der Europäischen Kommission zügig umzusetzen. Der Verband sieht im Fahrrad eine kurzfristig verfügbare Möglichkeit, den Energiebedarf im Alltagsverkehr zu senken und die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen zu reduzieren.
Kurze Wege als Ansatzpunkt
European Cycling Industries verweist auf die anhaltend schwankenden Energiepreise und steigenden Kraftstoffkosten, die private Haushalte ebenso wie Unternehmen belasten. Der Verkehrssektor zählt in der EU weiterhin zu den energieintensiven Bereichen und bleibt trotz Fortschritten bei der Elektrifizierung in vielen Bereichen auf hohe Energieeinsätze angewiesen. Besonders kurze Autofahrten im urbanen und stadtnahen Raum tragen nach Einschätzung des Verbandes dazu bei, dass die Nachfrage nach importierten fossilen Energieträgern hoch bleibt.
Als zentralen Ansatzpunkt nennt European Cycling Industries den Alltagsverkehr über kurze Distanzen. Nach Angaben des Verbandes sind 48 Prozent der mit dem Auto zurückgelegten Fahrten in Städten der EU-27 kürzer als fünf Kilometer. Diese Strecken könnten häufig mit klassischen Fahrrädern, E-Bikes oder Lastenrädern bewältigt werden. Jeder Wechsel vom Auto auf das Fahrrad reduziere unmittelbar den Energiebedarf, ohne zusätzliche Kraftstoffimporte, Stromerzeugung oder komplexe Lieferketten vorauszusetzen.

EU-Empfehlungen im Fokus
Der Verband bezieht sich auf die Mitteilung „Accelerate EU“ der Europäischen Kommission. Darin werden Maßnahmen empfohlen, die die Energie-Resilienz Europas auch im Verkehrsbereich stärken sollen. European Cycling Industries fordert die Mitgliedstaaten auf, diese Empfehlungen konsequent in nationale Programme zu überführen und Radverkehr dabei nicht nur als Klimaschutzinstrument, sondern auch als Beitrag zur Versorgungssicherheit zu behandeln.
Zusätzliche Bedeutung könnte der Unternehmensmobilität zukommen. Ein Entwurf des Europäischen Parlaments zur Clean Corporate Vehicles Regulation sieht vor, dass Mitgliedstaaten E-Bikes und Lastenräder in Zielvorgaben für saubere Unternehmensflotten einbeziehen können. Damit würden Fahrräder neben Pkw und Transportern als Teil betrieblicher Dekarbonisierungsstrategien berücksichtigt.
Dienstrad-Leasing als Hebel
Als wirksamen Hebel für eine breitere Nutzung nennt European Cycling Industries Dienstrad-Leasing-Modelle. Über Gehaltsumwandlung und arbeitgebergestützte Programme könnten Beschäftigte leichter Zugang zu E-Bikes und Lastenrädern erhalten. In Deutschland waren dem Verband zufolge 2024 mehr als 2,1 Millionen Diensträder im Einsatz. Der Verband sieht darin ein etabliertes Modell, das mit passenden steuerlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen auch in weiteren europäischen Märkten skaliert werden könnte.