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Digitaler Euro: Handel fordert faires Gebührenmodell

Foto KI-generiert mit ChatGPT

Vor der Entscheidung im EU-Parlament zum digitalen Euro warnt der HDE vor möglichen Mehrbelastungen für Handelsunternehmen. Entscheidend sei ein Gebührenmodell, das auch für kleinere Händler wirtschaftlich tragbar bleibt.

Vor der Abstimmung des Wirtschafts- und Währungsausschusses im Europäischen Parlament über den digitalen Euro am Dienstag, 23. Juni, dringt der Handelsverband Deutschland (HDE) auf ein tragfähiges Gebührenmodell. Aus Sicht des Verbandes entscheidet die Kostenstruktur mit darüber, ob das neue Zahlungsmittel im Einzelhandel breite Akzeptanz findet.

Der HDE sieht die derzeit diskutierten Vorschläge für eine Kompensationslösung kritisch. Neben der erwarteten Akzeptanzpflicht stehe für die Unternehmen vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob die Nutzung transparent, effizient und wirtschaftlich darstellbar sei. "Wenn der digitale Euro ein Erfolg werden soll, muss er auch für alle Handelsunternehmen attraktiv sein", sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE. Das aktuell diskutierte Modell könne in einer Phase steigender Energie- und Personalkosten zusätzlichen Druck auf ohnehin geringe Margen erzeugen.

Nach Einschätzung des Verbandes ist ein früherer Änderungsvorschlag, der den Einzelhandel gegenüber bestehenden Zahlungsarten bessergestellt hätte, offenbar zugunsten einer stärker bankenorientierten Formulierung zurückgestellt worden. Genth warnte davor, eine staatlich organisierte Zahlungsinfrastruktur an bestehenden, teils kostenintensiven privaten Verfahren auszurichten. Der Erfolg des digitalen Euro hänge wesentlich von hoher Akzeptanz im Handel ab.

Grundsätzlich unterstützt der HDE die Einführung einer staatlichen Digitalwährung. Er verweist auf mögliche Vorteile wie mehr Unabhängigkeit von privatwirtschaftlichen Zahlungssystemen, größere Datensparsamkeit und eine Infrastruktur, die Innovationen ermöglicht. Zugleich fordert der Verband, die Interessen des Handels im weiteren Gesetzgebungsverfahren angemessen zu berücksichtigen. Nach Beratungen im Rat und im Ausschuss steht die Positionierung des EU-Parlaments aus; anschließend sollen die EU-Institutionen im Trilog über das endgültige Paket verhandeln.

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