Deutsche Wirtschaft setzt Erholungskurs fort

Foto: Ifo Institut
Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 trotz höherer Energiepreise und anhaltender Inflation um 0,2 Prozent gewachsen. Impulse kamen vor allem aus dem Auslandsgeschäft und von der expansiven Finanzpolitik.

Nach einem verhaltenen Jahresauftakt hat sich die deutsche Konjunktur im zweiten Quartal stabilisiert. Besonders das bislang schwache Verarbeitende Gewerbe dürfte zur Erholung beigetragen haben. "Insbesondere das krisengeplagte Verarbeitende Gewerbe dürfte seine Wertschöpfung weiter ausgeweitet haben. Darauf deuten die gestiegenen Industrieumsätze, insbesondere im Auslandsgeschäft, hin", sagt Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Ifo Instituts. Auch der Einzelhandel habe sich nach einem Tief zu Jahresbeginn wieder besser entwickelt.
Für die zweite Jahreshälfte erwartet das Institut eine Fortsetzung der Erholung. Dafür sprechen nach Einschätzung Wollmershäusers die zuletzt verbesserten Geschäftserwartungen sowie die weiterhin stützende Finanzpolitik. Zudem nahmen im Sommer mehrere strukturelle Reformvorhaben der Bundesregierung konkretere Formen an.
Ein Risiko bleibt die Entwicklung der Energiepreise. Seit dem erneuten Aufflammen des Konflikts am Persischen Golf am 10. Juli haben sie deutlich angezogen. Die Stimmung der Unternehmen wurde davon bislang jedoch kaum beeinflusst.
"Die vom Ifo Institut im Juli befragten Unternehmen blicken dennoch deutlich weniger pessimistisch auf die kommenden Monate. Es gibt kaum Unterschiede zwischen den Geschäftserwartungen der Unternehmen, die vor dem 10. Juli und danach geantwortet haben", so Wollmershäuser. Nach Einschätzung des Instituts könnte dahinter die Erwartung stehen, dass der Konflikt zeitnah beigelegt wird.