
Canyon-Gründer Roman Arnold weist Krisen-Gerüchte zurück und kündigt Kurs-Korrektur an

Roman Arnold, Gründer von Canyon Bicycles und seit September 2025 wieder als Executive Chairman operativ tätig, widerspricht Berichten über eine angebliche Krise des Direktversenders.
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Zwangsverkauf: Beat Zaugg muss Scott billig abgeben

Das Urteil fiel noch kurz vor Jahresende: Beat Zaugg, langjähriger CEO und Mitgründer von Scott Sports, verliert endgültig die Kontrolle über "seine" Marke. Das Pariser Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer bestätigte, dass Zaugg seine verbliebenen Scott-Aktien an den südkoreanischen Mehrheitseigner Youngone Corporation abgeben muss - für rund 20 Millionen Schweizer Franken.
Die Entscheidung beendet einen mehrjährigen Machtkampf zwischen Zaugg und Youngone. Beide Seiten hatten sich seit Jahren über Einfluss und Bewertung des Unternehmens gestritten. Youngone, bekannt als Zulieferer von Outdoor-Marken wie The North Face oder Patagonia, war 2015 als strategischer Investor eingestiegen und hatte schrittweise die Mehrheit übernommen.
Der Konflikt eskalierte, als Zaugg sich gegen die vollständige Übernahme wehrte. Sein Versuch, mit juristischen Mitteln den Verkauf seiner letzten Beteiligung zu verhindern, blieb letztlich erfolglos. Laut Schweizer Medien war die Bewertung der Anteile der Hauptstreitpunkt: Der nun festgelegte Preis liegt deutlich unter früheren Einschätzungen des Marktwerts.
Hohe Lagerbestände und rückläufige Absätze setzen derzeit viele Fahrradhersteller unter Druck. Auch Scott kämpft mit sinkender Profitabilität. Um die Liquidität zu sichern, gewährte Youngone der Scott Sports SA 2024 ein Darlehen über 175 Millionen US-Dollar.
Scott wurde 1958 vom Ingenieur Ed Scott gegründet und entwickelte sich vom Skistockhersteller zur internationalen Multisportmarke. Unter Beat Zaugg, der seit den 1990er-Jahren an Bord war, erlebte Scott seinen Aufstieg zum globalen Fahrrad- und Wintersportanbieter.

Partnerschaft vertieft: Shimano erwirbt Minderheitsbeteiligung an Paul Lange & Co.

Shimano und Paul Lange & Co. intensivieren ihre jahrzehntelange Zusammenarbeit: Der japanische Komponentenhersteller erwirbt eine Minderheitsbeteiligung an dem Stuttgarter Familienunternehmen.
Paul Lange & Co., einer der führenden europäischen Fahrradteile-Großhändler und seit 1967 Shimano-Generalvertreter in Deutschland, bleibt unter der Führung der Familien Lange und Schattmaier ein unabhängiges Familienunternehmen. Die Gesellschafter behalten eine qualifizierte Mehrheitsbeteiligung.
"Als traditionsreiche Familienunternehmen verbindet Shimano und Paul Lange & Co. seit mehreren Jahrzehnten eine erfolgreiche Partnerschaft im Vertrieb von Shimano-Komponenten. Die Investition von Shimano wird diese bewährte Partnerschaft vertiefen, mit dem Ziel, die Positionierung von Paul Lange & Co. in unseren Kernmärkten weiter auszubauen", erklärt Bernhard Lange, CEO von Paul Lange & Co.
Der Abschluss der Transaktion erfordert die Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden. Der Vollzug wird im ersten Quartal 2026 erwartet.

Reifenproduktion: Retyre erhält sieben Millionen Euro und startet Kooperation mit Vittoria

Das norwegische Technologieunternehmen Retyre hat eine Finanzierung über sieben Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wurde vom Blue Revolution Fund des Venture-Capital-Unternehmens Hatch Blue angeführt, beteiligt waren außerdem der Mobilitätsfonds Fundracer sowie bestehende Investorinnen und Investoren. Das Kapital soll den Ausbau der Produktion und den Weg in die Profitabilität ermöglichen.
Retyre hat nach über zehn Jahren Forschung eine patentierte Spritzgusstechnologie entwickelt, die die Herstellung von Fahrradreifen grundlegend verändert. Der Prozess ist laut Unternehmen vollständig automatisiert, staubfrei und senkt den CO2-Ausstoß um bis zu 80 Prozent. Zudem sind die Reifen vollständig recycelbar. Die Produktion soll dezentral und in der Nähe von OEM-Montagewerken erfolgen, um Transportkosten und Emissionen zu reduzieren.
Mit dem neuen Kapital plant Retyre die Installation der ersten vollautomatisierten Produktionszelle in Norwegen sowie eines weiteren Werks in Asien im Jahr 2026. Parallel dazu hat das Unternehmen eine Entwicklungskooperation mit dem italienischen Fahrradreifen-Hersteller Vittoria vereinbart. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung einer neuen Generation nachhaltiger Performance-Reifen auf Basis der Retyre-Technologie.