
Ausblick 2026: Das erwartet der Handel für die neue Saison

Der Fahrradhandel geht mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr - und das ziemlich eindeutig: In unserer großen SAZbike-Umfrage (rund 500 Teilnehmende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz) bewertet jeder Zweite die wirtschaftliche Lage für 2026 eher negativ oder sogar sehr negativ.
Positiv gestimmt ist nur knapp jeder Sechste. Dazwischen steht ein großes, abwartendes Feld, das noch über den Erfolg der kommenden Saison unschlüssig ist.
Was dahintersteckt, ist weniger "Untergangsstimmung" als eine nüchterne Erkenntnis: Die erhoffte wirtschaftliche Trendwende blieb auch 2025 aus.
Und in Anbetracht der aktuellen globalen Entwicklungen dürfte auch 2026 kein Jahr werden, das sich von allein verkauft.
Kurzum: Der Markt bleibt hart, der Preisdruck hoch - und gleichzeitig sorgen Herausforderungen wie etwa der Fachkräftemangel für zusätzliche Sorgenfalten. Dennoch gibt es Hoffnungsschimmer am Horizont. Auch davon berichten wir in unserem Premium-Newsletter.

Liteville und Syntace gerettet: Investor übernimmt

Die insolvente bayerische Fahrrad-Komponentenhersteller Syntace GmbH hat einen neuen Eigentümer: Zum Jahreswechsel übernahm der Investor SL International GmbH den Geschäftsbetrieb des bayerischen Fahrrad- und Komponentenherstellers. Laut Insolvenzverwalter Dr. Dejan Marković von der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Baker Tilly bleibt ein Großteil der Arbeitsplätze erhalten.
Mit dem Verkauf an SL International sind die Zukunft der Marken Syntace und Liteville sowie die technische Unterstützung durch Gründer Jochen "Jo" Klieber gesichert. Die Übernahme umfasst das immaterielle Vermögen sowie das bewegliche Anlagevermögen des Unternehmens.
Syntace hatte im Oktober 2025 Insolvenz angemeldet, nachdem das Unternehmen nach der Abspaltung von der Pierer Mobility AG einen Restrukturierungsprozess eingeleitet hatte. Während des Verfahrens liefen Online-Shop, Händlerbelieferung und Ersatzteilversorgung ohne Unterbrechung weiter.

Little John Bikes übernimmt Megabike-Standorte in Unna und Iserlohn

Little John Bikes erweitert sein Filialnetz und übernimmt zum Jahresbeginn 2026 die beiden Fahrradläden der Megabike Manasse GmbH in Unna und Iserlohn. Beide Standorte werden unter dem Namen Little John Bikes fortgeführt, modernisiert und mit erweiterten Sortimenten und Serviceangeboten ausgestattet.
Die bisherigen Teams um Inhaber Bernd Thürnau bleiben erhalten. Damit setzt Little John Bikes auf Kontinuität und lokale Verankerung. "Mit jeder neuen Filiale stärken wir unsere Präsenz in der Region und schaffen Nähe zum Kunden, nicht nur beim Kauf, sondern vor allem im Service", erklärt CEO Dr. Robert Peschke.
Mit mehr als 60 Filialen in Deutschland gehört Little John Bikes zu den größten Fahrradfilialisten im Land. Der Dresdner Händler betont seine Strategie, den stationären Handel zu stärken und den Service vor Ort auszubauen.
Velo-ce übernimmt Van Nicholas von Accell

Der italienische Fahrradhersteller Velo-ce übernimmt die niederländische Titanradmarke Van Nicholas von Accell. Velo-ce, bekannt für seine Fertigung und die E-Bike-Marke Veloe, will mit der Akquisition seine Präsenz im Premium-Segment für Reise- und Adventure-Bikes ausbauen. Künftig produziert Velo-ce alle Van-Nicholas-Modelle im eigenen Werk bei Mailand.
"Van Nicholas und Velo-ce teilen Werte wie Langlebigkeit, Qualität und europäische Fertigung mit niedrigen Emissionen", sagt Anton Nijhuis, Business-Developer bei Velo-ce. CEO Stefano Moruzzi ergänzt: "Wir führen das Erbe der Marke fort und verbinden Titan-Know-how mit italienischer Handwerkskunst."
Die Übernahme umfasst alle laufenden Händlerverträge. Ab Januar 2026 werden Vertrieb und Service durch Velo-ce betreut. Für Händlerinnen und Händler ändert sich laut Unternehmen nichts am Service: Van-Nicholas-Kundinnen und -Kunden bleiben bei ihrem lokalen Fachhandel angebunden.
Velo-ce fertigt am Standort Magenta bei Mailand und arbeitet nach einem vertikal integrierten Produktionsmodell vom Rahmenbau bis zur Endmontage. Die Veloe-E-Bikes für Familien und Lastentransport werden in Europa vertrieben.