Alle zwei Jahre, drei Tage, reines B2B: So wird die neue Eurobike

Einen Tag vor dem Start der Eurobike 2026 hat Fairnamic-Geschäftsführer Philipp Ferger das Konzept für die Zukunft der Messe vorgestellt. Ab 2027 wird die Eurobike zur reinen B2B-Weltleitmesse, die nur noch alle zwei Jahre stattfindet, an einem neuen Standort und mit einem neuen operativen Kopf.
Es soll an diesen Tagen nicht um den Veranstalter gehen, sondern um die Aussteller und die Branche. Mit dieser Vorbemerkung eröffnete Philipp Ferger die Pressekonferenz und ließ erkennen, dass er sich zu den kommunikativen Störfeuern rund um die konkurrierende Messeplanung des ZIV vorerst nicht äußern will. Inhaltlich legte er dann aber nach.
Zunächst die Zahlen zur laufenden Ausgabe: Rund 800 Aussteller aus 44 Ländern präsentieren sich auf 71.000 Quadratmetern in Frankfurt, der Internationalitätsgrad liegt bei 80 Prozent. Akkreditiert sind nach Fergers Angaben rund 600 Journalistinnen und Journalisten, gut 40 Prozent davon aus dem Ausland. Die Eurobike 2026 versteht Ferger ausdrücklich nicht als gewöhnliche Messe, sondern als ersten Wegweiser hin zum neuen Konzept.
Vier Säulen und ein Zweijahresrhythmus
Entwickelt hat Fairnamic die Neuausrichtung nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Branche. Über 50 Expertinnen und Experten, Key Accounts und Stakeholder habe man in den vergangenen Monaten befragt, dazu den neu gegründeten Beirat eingebunden. Herausgekommen ist ein Modell, das die Eurobike künftig als ganzjährige Marke begreift, physisch und digital, im Zentrum des Bike- und Ecomobility-Kosmos. Ferger spricht von vier Säulen.
Die erste und für 2027 entscheidende Säule ist die B2B-Weltleitmesse in Frankfurt, terminiert für den 1. bis 3. September. Sie wird künftig alle zwei Jahre stattfinden. Der Schritt sei eine direkte Antwort auf die Branche, so Ferger: Die Budgets der Unternehmen seien belastet, ein Zweijahresrhythmus entlaste sie. Statt auf Quadratmeter-Maximierung setze Fairnamic auf Relevanz. Geboten wird ein modularer Baukasten an Beteiligungsformaten, vom regulären Messestand bis zum buchbaren Meetingraum, für den es laut Ferger große Nachfrage gab.
Das Fahrrad soll das Herz der Veranstaltung bleiben. Daneben sollen Themen wie Service, Werkstatt, Infrastruktur und urbane Mobilität an Gewicht gewinnen.
Räumlich zieht die Eurobike 2027 auf den anderen Teil des Frankfurter Geländes. Ferger kündigte das Ostgelände an, mit der Agora als größter Freifläche im Zentrum und den Hallen 3, 4 und 5 darum gruppiert. Ziel sind kurze Wege und eine kompakte, familiäre Atmosphäre, die der Messe zuletzt teils abhandengekommen war.
Die zweite Säule betrifft das Publikumsgeschäft. Den B2C-Teil trennt Fairnamic künftig von der Frankfurter Weltleitmesse ab. Festivals, Roadshows und weitere Eventformate für Endkundinnen und Endkunden sollen stattdessen über das Jahr verteilt laufen, teils über bestehende Partnerschaften wie die Velo Berlin.
Matthias Pietsch wird Show Director

Foto: Xing
Operativ bekommt die Eurobike einen neuen Kopf. Ferger stellte Matthias Pietsch als neuen Show Director vor, der direkt an ihn berichtet und das strategische wie operative Management der Messe verantwortet. Pietsch kommt von der A.S.O. Germany GmbH, wo er zuletzt fast drei Jahre als Geschäftsführer für die Deutschland-Tour verantwortlich war.