ADFC kritisiert schwache Bilanz des Radverkehrsplans

Der ADFC sieht die Ziele des Nationalen Radverkehrsplans zur Halbzeit deutlich verfehlt. Der Verband fordert verbindlichere Ausbauziele, langfristige Finanzierung und einen Bund-Länder-Vertrag.
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat die Zwischenevaluation des Nationalen Radverkehrsplans 3.0 scharf kritisiert. Aus Sicht des Verbands bleibt die Bundesregierung deutlich hinter dem Anspruch zurück, bis 2030 flächendeckend sichere und attraktive Radwegenetze zu schaffen und die per Rad zurückgelegten Kilometer zu verdoppeln.
Die Halbzeitbilanz zeige zwar einzelne Fortschritte, aber kein zusammenhängendes Netz, so die Einordnung des ADFC. Statt eines verbindlichen Umsetzungsplans gebe es weiterhin große Lücken in Städten, zwischen Kommunen und im ländlichen Raum. Die Verkehrsleistung sei seit 2017 lediglich um 5,4 Prozent gestiegen. Auch bei der Verkehrssicherheit sieht der Verband erheblichen Handlungsbedarf: 2024 seien 445 Radfahrende im Straßenverkehr getötet worden und damit etwa so viele wie im Referenzjahr 2019.
ADFC-Bundesgeschäftsführerin Caroline Lodemann fordert deshalb einen Bund-Länder-Vertrag mit verbindlichen Ausbauzielen, klaren Zuständigkeiten und einer langfristig gesicherten Finanzierung. Zudem verweist der Verband auf eine Finanzierungslücke: Statt der im NRVP genannten 30 Euro pro Kopf und Jahr stünden derzeit nur 14 Euro zur Verfügung.