Accell: Dutech schließt Übernahme von Batavus, Koga und Carqon ab

Der Investor Dutech hat den Kauf wesentlicher Teile des insolventen Fahrradkonzerns Accell abgeschlossen. Dazu gehören Batavus, Koga und Carqon sowie das ungarische Werk. Über die deutschen Accell-Gesellschaften laufen noch Gespräche.
Der in Singapur ansässige Industriekonzern Dutech hat den Kauf wesentlicher Teile des insolventen Fahrradherstellers Accell abgeschlossen. Wie das Unternehmen am 9. Oktober mitteilte, besteht der Kaufvertrag mit den niederländischen Insolvenzverwaltern aus einzelnen Vermögenswerten: den Markenrechten an Batavus, Koga, Carqon, Loekie, XLC und Babboe sowie IT-Systemen und -Plattformen. Hinzu kommen die ungarischen Accell-Aktivitäten samt Fahrradwerk.
Über die deutschen Accell-Gesellschaften, zu denen Haibike, Winora und Ghost gehören, führe Dutech Gespräche. Wie weit diese sind, teilt das Unternehmen nicht mit.
Dutech hatte sich bereits zuvor um die gesamte Accell-Gruppe bemüht. Das Bundeskartellamt gab die Übernahme im Juli frei, zustande kam sie jedoch nicht. Anfang August beantragten die niederländischen Gesellschaften ein Insolvenzverfahren.
Teams prüfen Lager, Produktion und Service
Nach Unternehmensangaben prüfen eigens eingesetzte Teams derzeit die übernommenen Produktportfolios, Lagerbestände, Produktionskapazitäten und Lieferantenvereinbarungen. Hinzu kommen die IT-Infrastruktur, die Ersatzteilverfügbarkeit sowie künftige Garantie- und Serviceprozesse.
Für Händler sind das die Punkte, an denen sich zeigt, ob Belieferung und Betreuung der Marken verlässlich weiterlaufen. Konkrete Zusagen zu Lieferterminen oder Garantiefällen enthält die Mitteilung nicht.
Liu: Betrieb stabilisieren
Dutech-CEO Dr. Johnny Liu nennt als vorrangiges Ziel, gemeinsam mit Teams, Händlern und Lieferanten die Abläufe zu stabilisieren und klar über Produkte, Lieferungen und Service zu informieren.
„Batavus, Koga und die anderen Marken sind tief in der niederländischen Fahrradkultur verwurzelt und haben für ihre Kunden einen hohen Stellenwert“, sagt Liu. „Wir investieren langfristig in diese Marken.“
Dutech baut europäisches Fahrradgeschäft aus
Der Konzern gliedert sich in die Sparten Security Data Group und Green Mobility Group. Letztere bündelt das Fahrrad- und E-Mobility-Geschäft, zu dem bereits Kreidler, VSF Fahrradmanufaktur, Prophete und Sprick gehören. Montagestandorte betreibt Dutech in Oldenburg sowie über Sprick im polnischen Świebodzin.
Die zugekauften Marken will das Unternehmen mit diesen Strukturen und seiner Lieferkette in Asien verzahnen, um Abläufe zu straffen und die Marken wieder in die Gewinnzone zu führen. Nicht erwähnt wird in der Mitteilung die Marke Sparta.