Thun erschließt mit Projekt 1919 den Endkundenmarkt

Mit Projekt 1919 erweitert die Alfred Thun GmbH ihr bisheriges OEM-Geschäft um eine eigene Komponentenmarke. Das Unternehmen aus Ennepetal richtet sich damit erstmals direkt an Endkunden und setzt auf CNC-gefertigte Fahrradkomponenten in Kleinserien.
Die Alfred Thun GmbH hat mit Projekt 1919 eine neue Marke für Fahrradkomponenten vorgestellt. Das Angebot umfasst Kurbelgarnituren, Kettenblätter und Innenlager und richtet sich vor allem an Fahrradenthusiasten, unabhängige Rahmenbauer und kleinere Fahrradmarken. Die Komponenten werden am Unternehmensstandort in Ennepetal gefertigt.
Ergänzung zum bisherigen OEM-Geschäft
Thun entwickelt und produziert seit mehr als 100 Jahren Fahrradkomponenten und ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Vierkantinnenlager. Während das Unternehmen bislang vor allem Fahrradhersteller beliefert, soll PROJEKT 1919 den direkten Zugang zum Endkundenmarkt ermöglichen. Das bestehende OEM-Geschäft bleibt davon unberührt.
Der Name der neuen Marke bezieht sich auf das Gründungsjahr 1919. Die Idee entstand 2024 im Zuge einer Überarbeitung des Markenauftritts. Im Sommer 2025 entschied sich das Unternehmen für die Umsetzung.
Erste Kurbelgarnitur auf 107 Stück limitiert
Zum Marktstart stellt Projekt 1919 eine Vierkant-Kurbelgarnitur vor. Sie verfügt über 165 Millimeter lange CNC-gefertigte Kurbelarme, eine handpolierte Silberoberfläche und ein Kettenblatt mit 42 Zähnen. Die Stückzahl ist auf 107 Exemplare begrenzt, angelehnt an das 107-jährige Bestehen des Unternehmens.
Weitere Komponenten befinden sich in der Entwicklung. Dazu gehören zwei Kettenblattdesigns für Rennrad-, Gravel- und Mountainbike-Anwendungen, ein Vierkant-Innenlager mit Edelstahlwelle sowie der Prototyp einer dreiteiligen Kurbelgarnitur mit 29-Millimeter-Welle.
Serienfertigung für Ende 2026 vorgesehen
Erstmals öffentlich präsentiert wurde PROJEKT 1919 auf der Sea Otter Classic 2026 in Kalifornien. Auf der Bespoked in Dresden folgte die Europapremiere. Dort waren die Komponenten unter anderem an Fahrrädern der Rahmenbauer Sour Bikes, Milt Cycles und Rasch Bicycles zu sehen.
Die erste Serienfertigung ist für Herbst beziehungsweise Winter 2026 geplant. Für März 2027 kündigt das Unternehmen zudem einen Auftritt auf der Cyclingworld Düsseldorf an, bei dem weitere Prototypen und Komponenten vorgestellt werden sollen.